Londoner Gericht Madonna und Guy Ritchie sollen Sorgerechtsstreit beenden

Erst weinte Madonna auf der Bühne um ihren Sohn, nun hat ein britisches Gericht sie gemaßregelt: Die Musikerin möge sich im Sorgerechtsstreit mit Ex-Mann Guy Ritchie endlich einigen.

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Im Sorgerechtsstreit zwischen Madonna und ihrem Ex-Mann Guy Ritchie um den gemeinsamen Sohn Rocco hat ein Londoner Gericht eine gütliche Einigung angemahnt. Richter Alistair MacDonald vom Londoner High Court ordnete an, die Prüfung des Falls in Großbritannien vorerst zu stoppen. Er forderte die Eltern ein letztes Mal auf, sich im Sinne ihres Sohns zusammenzureißen. Es wäre eine Tragödie, so der Richter, wenn der Junge weiter darunter zu leiden hätte.

Madonna und der britische Regisseur Ritchie streiten um das Sorgerecht für ihren 15 Jahre alten Sohn Rocco, der nach einem Besuch bei seinem Vater in London im Dezember nicht zu seiner Mutter nach New York zurückgekehrt war. Der Streit beschäftigt auch die Justiz in New York. Vergangene Woche teilte Madonnas Anwalt mit, die Popdiva wolle die Streitigkeiten beilegen "und den Frieden in der Familie wieder herstellen".

Der Konflikt belastet offenbar auch Madonnas Berufsleben. Im australischen Brisbane hatte die Sängerin ihre Fans zuletzt fast zweieinhalb Stunden lang im Regen warten lassen - und weinte schließlich auf der Bühne wegen ihres Sohnes Rocco. Mehrfach beschimpfte die Sängerin auch ihr Publikum.

Zumindest Richter MacDonald glaubt aber noch an ein Ende der Auseinandersetzung: "Dass heute keine Einigung möglich ist, bedeutet nicht, dass auch morgen keine Einigung möglich ist", sagte er. Gleichzeitig gab er auch vor, was dafür passieren müsse: "Anstatt den Jungen mit dem Sorgerechtsstreit zu belasten, wäre es "besser für beide Elternteile", die "Gesellschaft dieses reifen, sprachgewandten und reflektierten jungen Mannes, der ihr Sohn ist, zu genießen", sagte der Richter.

MacDonald zufolge erklärte sich Madonna damit einverstanden, dass das Gericht in New York die Zuständigkeit für den Fall bekommt. Er erlaubte der Sängerin, den Antrag in London zurückzuziehen. "Die Existenz zweier paralleler Verfahren in zwei Rechtssystemen vor zwei Richtern mit zwei Anwalt-Teams ist unnötig und nicht hilfreich, behindert Versuche einer gütlichen Einigung und führt zu unnötigen Ausgaben", sagte MacDonald.

Der Londoner Richter verwies darauf, dass sich Roccos Eltern ursprünglich darauf geeinigt hatten, dass der Junge in New York leben solle, aber seinen Vater sehen dürfe. Anfang März hatte ein New Yorker Richter entschieden, dass Rocco bei seinem Vater bleiben dürfe, bis der Streit beigelegt sei.

Madonna und Ritchie hatten sich 2008 nach acht Jahren Ehe getrennt. Das frühere Glamour-Paar streitet außer um das Sorgerecht für Rocco auch um die Betreuung des zehnjährigen Adoptivsohns David aus Malawi. Ihre Tochter Lourdes dagegen hatte Madonna mit in die Beziehung eingebracht. Nach der Trennung von Ritchie adoptierte sie zudem ein Mädchen aus Malawi.

apr/AFP



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