Überraschender Auftritt in New York Louis C.K. nach #MeToo-Vorwürfen zurück auf der Bühne

Fünf Frauen warfen Louis C.K. im November sexuelle Belästigung vor. Der US-Comedian räumte sein Fehlverhalten ein - und zog sich von der Bühne zurück. Jetzt feierte er heimlich ein Comeback.

Louis C.K. (Archiv)
AP

Louis C.K. (Archiv)


Es gab keine Ankündigung: US-Comedian Louis C.K. hat überraschend seinen ersten öffentlichen Bühnenauftritt seit November absolviert - seit er im Zuge der #MeToo-Debatte zugegeben hatte, mehrere Frauen sexuell belästigt zu haben. Der 50-Jährige sei im New Yorker Comedy Cellar, einem Klub in Manhattan, aufgetreten, berichtete die "New York Times".

Dem Bericht zufolge stand C.K. etwa eine Viertelstunde auf der Bühne. Das Publikum, etwa 115 Besucher, habe ihn mit Applaus begrüßt, sagte der Betreiber des Comedy-Klubs der Zeitung. Der Komiker wirkte demnach "sehr entspannt". Er habe ein für ihn typisches Programm geboten - Rassismus, Trinkgelder, Parodien.

Auf den Skandal um seine Person ging C.K. offenbar nicht ein. Im November hatten ihn fünf Frauen beschuldigt, "eine Linie zu sexueller Belästigung" überschritten zu haben. Sie berichteten davon, dass C.K. sie gefragt habe, ob er seinen Penis herausholen dürfe und ob er sich vor ihnen befriedigen dürfe.

"Diese Geschichten sind wahr"

In einem Statement räumte C.K. die Vorwürfe anschließend ein: "Diese Geschichten sind wahr. Zu dieser Zeit, habe ich mir gesagt, das sei okay, weil ich eine Frau immer vorher gefragt habe, ob ich ihr meinen Schwanz zeigen darf." Er habe versucht, aus seinen Fehlern zu lernen. Nun sei ihm das Ausmaß seines Fehlverhaltens klargeworden.

Abschließend schrieb C.K. damals: "Ich habe meine lange und glückliche Karriere damit verbracht, alles zu sagen, was ich wollte. Ich werde nun zurücktreten und mir lange Zeit nehmen, um zuzuhören."

HBO und Netflix reagierten auf die Vorwürfe - Auftritte und geplante Comedy-Sendungen wurden abgesetzt. Auch die Premiere seines neuen Films "I love you Daddy" wurde gecancelt.

Louis C.K. gilt als Schwergewicht der US-Comedy-Shows: Im Madison Square Garden trat er achtmal vor ausverkauftem Haus auf, er produzierte die Fernsehserie "The Chris Rock Show", die einen Emmy gewann. Seine Witze spielen häufig auf männliche Sexualität an.

wit

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