Ende einer Ära Marc Jacobs verlässt Louis Vuitton

16 Jahre war er der kreative Kopf bei Louis Vuitton - nun verlässt Designer Marc Jacobs die Nobelmarke. Bei der Modewoche in Paris geriet seine letzte Schau für das Luxuslabel zur düsteren Abschiedsvorstellung. Für Jacobs' Nachfolge ist ein ehemaliger Konkurrent im Gespräch.


Paris - Der US-Modemacher Marc Jacobs verlässt nach 16 Jahren die französische Nobelmarke Louis Vuitton. Das bestätigte der Chef des Luxuskonzerns LVMH, Bernard Arnault, der Modezeitschrift "Women's Wear Daily". Arnault setzte damit Spekulationen über Jacobs' Zukunft bei der Marke ein Ende.

Jacobs war 1997 zu Louis Vuitton gekommen. Er machte aus dem Label die wichtigste Marke von LVMH, des weltgrößten Luxuskonzerns. Heute macht Louis Vuitton einen Jahresumsatz von fast 7,5 Milliarden Euro. Jacobs führte als Kreativdirektor die Geschicke der vor allem für ihre Handtaschen bekannten Marke.

Der 50-Jährige gilt als einer der einflussreichsten Modeschöpfer der Gegenwart. Er hat auch seine eigene, nach ihm benannte Marke, die teilweise zu LVMH gehört. Laut "Womens's Wear Daily" will Jacobs sich künftig diesem Label widmen und einen Börsengang vorbereiten. Dieser soll laut "WWD" spätestens in drei Jahren erfolgen. Die Marke Marc Jacobs gehört zu einem Drittel dem Designer selbst, zu einem Drittel LVMH und zu einem Drittel Arnaults Geschäftspartner Robert Duffy.

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Kreativdirektor: Marc Jacobs' düsterer Abschied von Vuitton
Über einen Abgang von Jacobs war schon lange spekuliert worden, sein Vertrag bei Louis Vuitton läuft in einigen Wochen aus. Die Zukunft des Designers war auch ein beherrschendes Thema bei der Pariser Modewoche, auf der Jacobs seine neueste Kollektion vorstellte - seine wohl letzte für Louis Vuitton. Die geriet zur düsteren Abschiedsvorstellung: Mit einem dunklen Park, einem schwarzen Karussell und Models als schillernden Nachtgeschöpfen schuf Jacobs eine melancholische Atmosphäre.

Als Jacobs' Nachfolger wird bereits seit einiger Zeit Nicolas Ghesquière gehandelt, der im vergangenen November die Spitze der Modemarke Balenciaga abgegeben hatte. Balenciaga gehört zum LVMH-Konkurrenten Kering.

ulz/AFP/AP/dpa

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