Madonna in Malawi: "Sie ließ Arme für sich tanzen"

Madonna in Malawi: Das Ende der Sonderbehandlung Fotos
AP/dpa

Madonna wollte ihren Adoptivkindern deren Heimat Malawi zeigen und nach ihren Schulprojekten sehen - von dem Besuch war die Regierung gar nicht begeistert. Am Ende behandelten die Behörden die Popdiva nur noch wie eine gewöhnliche Touristin: VIP-Status ade.

Lilongwe - Sie will doch bloß helfen: Seit Jahren engagiert sich Madonna in Malawi, dem Heimatland ihrer beiden Adoptivkinder David Banda und Mercy James, spendet für Waisenkinder und Schulprojekte. Dafür genoss die 54-Jährige in dem südostafrikanischen Land stets VIP-Status. Doch die Kritik an ihrem Auftreten und ihrer Wohltätigkeitsarbeit wächst. Nun haben die malawischen Behörden der Popdiva ihren VIP-Sonderstatus entzogen, wie der britische "Telegraph" berichtet.

Demnach soll es eine offizielle Anordnung von oben gegeben haben. Wer die Popdiva auf Normalsterblichen-Niveau herabsetzte, ist unklar. Doch die Präsidentin des Landes, Joyce Banda, hatte sich schon nach Madonnas Ankunft über den Popstar geärgert. "Sie kam unangekündigt, besuchte die Dörfer und ließ Arme für sich tanzen", zitiert der "Telegraph" Banda .

Und auch Bildungsministerin Eunice Kazembe war verstimmt. Während die "Queen of Pop" mit ihren Kindern durch Malawi tourte, sagte sie, Madonna übertreibe ihre Rolle, die sie in und für Malawi spiele. "Sie hat Klassenräume in bereits bestehenden Schulen gebaut", zitiert die BBC Kazembe. Klassenräume - keine neuen Schulen.

Die Popdiva war am Montag vergangener Woche per Privatjet mit ihren Kindern in die malawische Hauptstadt Lilongwe gereist und eine knappe Woche geblieben. Bei ihrer Ankunft hatte sie nach Angaben des "Telegraph" noch die VIP-Behandlung bekommen. Sie und ihre Entourage waren mit einer Limousine abgeholt worden und durften am Flughafen in einem gesonderten Bereich für Promis warten.

Genervt beim Sicherheitscheck

Die Zeiten sind nun offenbar vorbei. Auf dem Rückflug musste der Madonna-Clan durch die Sicherheitsschleuse - wie jeder andere Passagier auch. Laut "Telegraph" waren Madonna und ihr Sprecher "sehr genervt" - den Kindern schien der Ausflug in die Normalität jedoch zu gefallen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Madonna Kritik wegen ihrer Charity-Projekte einstecken muss. Schon 2011 war ein rund 15 Millionen Dollar teures Schulprojekt in einem kleinen Dorf nahe Lilongwe gescheitert - weil im großen Stil Geld verschwendet wurde und Angestellte nach ihrer Entlassung gegen Madonnas Stiftung klagten. Seit der Gründung der Stiftung von Madonna im Jahr 2010 sollen sogar insgesamt rund 3,8 Millionen Euro verschwendet worden sein.

Malawi gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Erde. Von den 13 Millionen Einwohnern leben knapp 40 Prozent von weniger als einem Dollar pro Tag.

gam/AFP

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