Altkanzler-Witwe Maike Kohl-Richter "Es geht nicht darum, dass ich alleine herrsche"

Nach dem Tod von Helmut Kohl wird weiter um die Akten und Unterlagen des Altkanzlers gestritten. Seine Witwe Maike Kohl-Richter hat nun die Diskussion über ihre Person scharf kritisiert. Das sei respektlos.

Maike Kohl-Richter
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Maike Kohl-Richter


Der Witwe des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl, Maike Kohl-Richter, war zu Lebzeiten ihres 34 Jahre älteren Mannes immer wieder vorgeworfen worden, ihn abzuschotten. Nach dem Tod des Altkanzlers ging die Debatte über ihre Person weiter - und es entbrannte ein Streit um den Nachlass. Nun hat Kohl-Richter die Diskussion über ihre Person kritisiert.

"Gucken Sie sich mal die Debatte um die Witwe an, die auf den Akten sitzt", sagte Kohl-Richter dem Deutschlandfunk. "Das ist respektlos, das ist unwürdig und das Schlimme ist: Es ist unwahr."

In dem Streit geht es um Akten und Unterlagen, die Kohl 1998 dem Archiv der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung überlassen hatte. 2010 ließ er diese wieder abholen. Kohl-Richter sagte dem Deutschlandfunk, ihr gehe es darum, dass wenn man etwas zu Helmut Kohl mache, man dies "im Einvernehmen" mit ihr tue. "Es geht nicht darum, dass ich alleine herrsche." Sie finde, dass Deutschland ein Recht auf Wahrheit habe.

Kohl-Richter bekräftigte in dem Interview, eine Helmut-Kohl-Stiftung ins Leben rufen zu wollen. Zuvor müsse sie aber den Rechtsstreit um das Buch "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle" des Autors und früheren Kohl-Ghostwriters Heribert Schwan beenden. Wenn es Sinn ergebe, werde sie hier durch alle Instanzen gehen.

Das Kölner Oberlandesgericht hatte im Mai entschieden, dass Kohl-Richter keinen Anspruch auf die von ihrem Mann erstrittene Entschädigung in Höhe von einer Million Euro hat - der Anspruch auf Geldentschädigung sei nicht vererbbar. Zuvor hatte das Landgericht Köln dem Altkanzler kurz vor seinem Tod 2017 diese Entschädigung zugesprochen, weil in dem Buch unautorisierte Zitate von ihm veröffentlicht worden waren. Kohl-Richter brachte den Fall anschließend vor den Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Helmut Kohl und seine Ehefrau Maike Kohl-Richter
AP

Helmut Kohl und seine Ehefrau Maike Kohl-Richter

Zu einer künftigen Stiftung sagte Kohl-Richter dem Deutschlandfunk, diese solle in Deutschland angesiedelt sein. "Ich würde Helmut Kohl nicht sehr gerne aus Deutschland heraustragen." Das würde ihr nicht entsprechen und ihrem Mann widersprechen. Der habe stets viel Wert auf Identität, Glaubwürdigkeit, Authentizität und Heimat gelegt.

Eine solche Einrichtung könnte demnach in Ludwigshafen-Oggersheim entstehen. "Man muss den Leuten auch eine Möglichkeit geben, mal ins Schlafzimmer zu gucken", sagte Kohl-Richter. Ein Museum solle es aber nicht werden. Sie wolle keine "Museumswärterin" werden.

sen/dpa

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