Stillose Teenager Republikanerin beleidigt Obama-Töchter

Die Röcke zu kurz, das Auftreten würdelos: Die Sprecherin eines republikanischen US-Abgeordneten hat einen mauligen Auftritt der Präsidententöchter Sasha und Malia Obama scharf verurteilt. Im Web wird sie dafür gehasst.

Auch Präsidententöchter pubertieren: Sasha und Malia Obama beim Truthahn-Begnadigen
REUTERS

Auch Präsidententöchter pubertieren: Sasha und Malia Obama beim Truthahn-Begnadigen


Washington - Ihre harsche Kritik an den Obama-Töchtern Sasha und Malia hat die Pressesprecherin des republikanischen US-Abgeordneten Stephen Fincher aus Tennessee jetzt in Bedrängnis gebracht.

Am Freitag mäkelte Elizabeth Lauten bei Facebook über den mauligen und ihrer Meinung nach respektlosen Auftritt der beiden Schwestern bei der traditionellen Thanksgiving-Truthahn-Begnadigung durch den Präsidenten. Dafür erntete sie nun einen veritablen Shitstorm und massenweise Rücktrittsforderungen.

"Liebe Sasha und Malia", begann die Sprecherin des Abgeordneten Stephen Fincher aus Tennessee ihre Stilkritik. "Ich verstehe, dass ihr beide in diesen schrecklichen Teenagerjahren seid, aber ihr seid Teil der Präsidentenfamilie, versucht doch ein wenig Klasse zu zeigen", forderte sie die 13 und 16 Jahre alten Mädchen auf. "Respektiert wenigstens die Rolle, die ihr spielt."

Die Arme vor der Brust verschränkt, die Mienen sichtlich gelangweilt, hatten die beiden Mädchen der Zeremonie beigewohnt. Als Daddy Obama Malia anbot, den frisch begnadigten und sehr properen Truthahn zu streicheln, lehnt diese angewidert ab. Viele Beobachter hatten dieses Verhalten belächelt und als typische Pubertätspose abgetan.

Nicht so Frau Lauten. Sie nutzte ihre Chance, um zu politisieren: Das Ganze sei ja kein Wunder, so der Tenor. Weil auch Michelle und Barack Obama ihre Stellung und damit die Nation nicht besonders respektieren würden, kämen die beiden Töchter wohl ein bisschen zu kurz, was positive Rollenmodelle beträfe, stichelte die Sprecherin. "Zeigt euch der Aufgabe gewachsen, handelt so, als würde es euch etwas bedeuten, im Weißen Haus zu sein", so ihr Tipp. Auch an den knappen Miniröcken der Präsidententöchter nahm Lauten Anstoß. "Zieht euch so an, dass ihr Respekt verdient und nicht einen Blick an der Bar."

In den sozialen Netzwerken kam so viel Spießigkeit schlecht an: Einige User vibrierten vor Wut auf die Teenager-Basherin. Eine Facebook-Seite der Lauten-Hasser entstand, unter dem Hashtag #FireElizabethLauten forderten viele bei Twitter den Rücktritt der Pressesprecherin.

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Truthahn-Begnadigung: Obamas Thanksgiving-Show

Angesichts des Shitstorms trat Lauten umgehend zum Pathos-umflorten Kotau an: Sie löschte ihren Post und erklärte: "Nach vielen Stunden des Gebets, nachdem ich mit meinen Eltern gesprochen und meine Worte online noch einmal gelesen habe, sehe ich nun viel klarer, wie verletzend meine Worte waren." Sie wolle sich bei allen Betroffenen entschuldigen und verspreche Besserung. "Ich werde aus dieser Erfahrung lernen und an ihr wachsen."

ala



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 56 Beiträge
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Seite 1
stevowitsch 30.11.2014
1. Na dann
"Nach vielen Stunden des Gebets,..." Na wenn das geholfen hat. Eigentlich erfrischend, wenn solche "Präsidententöchter" mal nicht "funktionieren" - finde ich.
pelourinho 30.11.2014
2. Dieser Shitstorm zeigt,
dass die USA eben nicht n u r prüde und spiessig, sondern auch ein vielschichtiges Land mit durchaus sympathischen Bevölkerungsanteilen ist.
WwdW 30.11.2014
3. ja das Beten muß schon sein
Sonst bekommt man ja keine Einsicht. Erst durch das Beten werden konservative Menschen klug. Vorher geht das nicht.
erasmus89 30.11.2014
4. Die Inszenierung klappt
nunmal nicht immer. Obama sollte sich in der Tat mehr auf seine Aufgaben konzentieren, als weiterhin sich nur auf Symbole und PR zu beschränken. Auch wenn das in Amerika Tradition ist, so sollte man sich an Alf halten: "Traditionen sind wie Teller: gemacht um in Stücke geschlagen zu werden".
Barry.1964 30.11.2014
5. Sie sollten dem richtigen Anstand finden
bei der "Begnadigung" einer Truthahn. Diese Zeremonie müsste eigentlich The Onion oder ein Satiriker durchführen, nicht der POTA samt Familie.
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