Matt Damon zum Vorwurf der Homo-Feindlichkeit "Das ist dumm"

Homosexuelle Schauspieler sollten sich verstecken? Diese Botschaft lasen Kritiker aus Äußerungen von Matt Damon heraus. Der Schauspieler wies die Interpretation nun entschieden zurück.

AP

Es sind bewegte Tage für Matt Damon. Erst vor knapp zwei Wochen entschuldigte sich der Schauspieler für umstrittene Worte, die er bezüglich der Vielfalt bei Filmproduktionen geäußert hatte. Nun war es Damon ein Anliegen, sich in der Talkshow von Ellen DeGeneres erneut zu erklären.

Hintergrund ist ein Interview des 44-Jährigen im "Observer". Darin erzählte er, wie es zu Beginn seiner Karriere Gerüchte gab, er und sein Kollege Ben Affleck seien ein Paar. Plötzlich, so Damon, seien sie in der unangenehmen Position gewesen, Stellung beziehen zu müssen, obwohl sie das überhaupt nicht wollten - auch aus Rücksicht auf homosexuelle Freunde. Offenbar war er damals unsicher, wie er das Thema überhaupt ansprechen sollte. Damals habe er an Rupert Everett gedacht, einen gut aussehenden, gut ausgebildeten Schauspieler, der aber durch sein Outing einen Dämpfer in seiner Karriere habe hinnehmen müssen.

"Ich denke, man ist ein besserer Schauspieler, je weniger die Menschen über einen wissen", sagte Damon nun. "Und Sexualität ist ein wichtiger Teil davon. Ob man homo oder hetero ist - die Leute sollten gar nichts über die Sexualität wissen. Das sollte eines der Rätsel sein, die man nutzen kann."

Diese Äußerungen empfanden einige offenbar als Ratschlag, Homosexuelle sollten sich nicht outen. "Halt die Klappe, Matt Damon", kommentierte etwa die Website "The Daily Beast".

Damon verteidigte sich bei DeGeneres: "Ich habe nur versucht zu sagen, dass Schauspieler erfolgreicher sind, wenn sie ein Mysterium bleiben, okay?" Daraus habe dann jemand abgeleitet, Matt Damon sage, schwule Schauspieler sollten sich verstecken. "Das ist dumm. Aber es tut weh, wenn Dinge verbreitet werden, die man gar nicht wirklich so denkt."

Damon kritisierte die "Blogosphäre", in der niemand dafür bestraft werde, einfach mal loszuschreiben. Die Gastgeberin sprang ihm zur Seite: "Ich kenne dich, und ich weiß: So bist du nicht drauf", sagte DeGeneres.

hut

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Al.Ba. 29.09.2015
1. Der Spricht
Hier über seinen Beruf und die hören nur "Homo-Feindlich". Irgend wie zwanghaft.
akeley 29.09.2015
2.
Im selben Interview sprach Damon auch darüber, wie Fotografen ihn und seine Familie beobachten, um ab und zu neue Fotos zu bekommen. Darüber, wie er mit seiner Frau so normal lebt, dass es für Paparazzi langweilig ist. Ich mag ihn als Mensch und Schauspieler, aber von "Mysterien" zu sprechen und gleichzeitig selbst das offene Vorleben seiner Ehe darzustellen ist ein Widerspruch. Er hätte es ruhig klar ausdrücken können: für Homos ist Offenheit Karrieregift, für Heteros nicht. Brangelina, DiCaprio usw. stehen ständig im Rampenlicht und machen Traumkarrieren. Schwule müssen doppelt kämpfen, um wie z.B. McKellen alte Ehrwürde zu erreichen oder in jüngeren Jahren Anschluss an die A-Liga zu halten. Und das, während die hirnverbrannten Rechten in den USA permanent neue Scheite aufs Feuer werfen und Hollywood "liberale Gehirnwäsche der Gay Agenda" unterstellen.
viconia 29.09.2015
3. Unglaubwürdig
Sorgen um die Karriere macht er sich ja erst, als man ihn des Schwulseins verdächtigt, und als bsp erwähnt er dann ja eben auch nen schwulen Schauspieler. ich glaube kaum, dass MD homophob ist, aber soll er doch ehrlich sagen, dass er glaubt, dass offen Schwule in Hollywood schlechte Karten haben und deswegen besser im Schrank bleiben sollten. und das is eben ne problematische Aussage.
Bueckstueck 29.09.2015
4. Es ist absurd
"Damon kritisierte die "Blogosphäre", in der niemand dafür bestraft werde, einfach mal loszuschreiben" Da hat Damon recht. Sobald sich jemand etwas differenzierter zu einem hot topic äussert, springen vorallem die aus den Löchern, die zwar hören was gesagt wurde, es aber nicht verstehen und treten einen shitstorm los ohne das es dafür einen Anlass gibt. Schöne neue online Welt. Jeder fühlt sich berufen Ankläger, Richter und Henker zu spielen. @akeley du solltest aber auch wissen, dass Damon weder sich noch seine Familie in der Öffentlichkeit darstellt. Das sind Paparazzo die wie Schmeissfliegen um jeden Promi schwirren, egal ob er oder sie das möchte oder nicht. In Damons Fall ist es aber so, dass er das eigentlich nicht möchte. Wenn er sich aber nicht einbunkert, kann er es nicht verhindern. Er hat wie jeder Promi auch ein Recht auf ein Leben ausserhalb der eigenen vier Wände...
adubil 29.09.2015
5.
Behind The Candelabra. Matt Damon und Michael Douglas als schwules Las-Vegas-Paar – das ist eindeutig zu viel für die Augen. Und genau darum herrlich.(zeit.de). Angucken. Matt Damon homophob...das ist ein schlechter Witz.
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