Hamburg - Er ist seit Tagen überall zu sehen. In Boulevardzeitungen und Promisendungen. Lothar Matthäus kommentiert vor laufender Kamera Fotos, die zeigen, wie seine Frau Liliana einen anderen Mann küsst.
Er war immer ein Mann, der gern und viel redet. Ohne Punkt und Komma konnte der Rekord-Nationalspieler nach dem Schlusspfiff über Dribblings, Pässe und Tore erzählen. Er ist sich treu geblieben, nur geht es heute eben um andere Themen.
Es ist seine vierte Ehe, die nun wohl vor dem Aus steht. Da kommt einiges zusammen, und mit der "Welt am Sonntag" hat er jetzt in einem großen Interview über die Liebe und sein Leben gesprochen. Schweigen, das ist seine Sache nicht. "Ja gut, dass, wenn man bekannt ist, alles in der Öffentlichkeit preisgegeben wird, ist schade, aber das gehört dazu zum Ruhm", sagt Matthäus, 49.
Zum Ruhm gehört denn also auch, dass er seine Enttäuschung über Liliana, 22, der Öffentlichkeit preisgibt: "Ich könnte ihr die Augen öffnen. Sie müsste nur einmal sagen, bitte, Lothar, ich habe Mist gebaut. Stattdessen Lügen!" Geweint hat er dennoch nie, "ich bin Hochleistungssportler, gedrillt auf Disziplin". Ein Bier habe er trinken müssen, um sich wieder zu beruhigen. "Vorbei. Es gibt kein Zurück mehr."
Es hört sich nicht nur nach großer Harmonie an, wenn Matthäus über die gemeinsame Zeit mit Liliana spricht. Seine Frau sei viel mit sich selbst beschäftigt gewesen. "Wir haben oft zu Hause gesessen und fünf Stunden kein Wort miteinander gesprochen, weil sie nur Models auf ihrem Laptop angeschaut hat." Das Geld, das er ihr regelmäßig gab: "War am Zehnten weg, für Kleidung", obwohl es für einen ganzen Monat reichen sollte. "Liliana hat die Glitzerwelt geliebt", sagt Matthäus. Er habe aber geglaubt, dass sie irgendwann reifer würde.
"Schwarz angefangen, hört bei Weiß links auf"
Auch im Haushalt hatten sie unterschiedliche Vorstellungen. Er habe "so einen Linienfimmel", erzählt Matthäus, "auch im Kühlschrank, die Cola steht hintereinander, die Fanta, die Sprite. Im Schrank die Hemden: Schwarz angefangen, hört bei Weiß links auf, dann wird's ein bisschen gestreift und kariert" - bei seiner Frau dagegen "lagen die Kleider und Handtaschen herum, wenn Madame sich zigmal umzog für eine Party".
Er habe "eigentlich immer hübsche Mädchen" gehabt, sagt Matthäus, ihm sei es in seinen Beziehungen immer um Liebe gegangen: "Natürlich kann ich auch der heißblütige Liebhaber sein, aber Liebe ist tausendmal wichtiger als Sex. Ich bin auch Kuschler, ich mag Harmonie. Kerzen, eine Kleinigkeit kochen, schönen Film sehen - auch nett."
"Ich warte auf die nächste große Liebe"
In seiner Kindheit sei der Fußball für ihn die größte Liebe gewesen. Einen Lederball besaß er damals, der "war immer bei mir", "mit dem hab ich geschlafen". Als er zehn Jahre alt war, kam Claudia: "Sie war das sportlichste Mädchen, eine gute Leichtathletin, blond, roter Bikini im Freibad." Mit 17 habe er sein "erstes Mal" erlebt, mit 18 seine erste Ehefrau Sylvia getroffen.
"Was ist Liebe?", wurde Matthäus von der "Welt am Sonntag"-Reporterin gefragt. "Liebe, Liebe... okay, was ist Liebe, das lässt sich schwer in Worte fassen. Liebe ist, wenn man sich vorstellen kann, mit dem anderen mal alt werden zu können. Das ist etwas unheimlich Intensives." - "Stärker noch als das Siegestor eines WM-Endspiels?" Seine Antwort: "Also bitte, Frau Taube."
Fußballerisch läuft es für Matthäus derzeit auch nicht so, wie er es sich wünschen würde. Er wollte Nationaltrainer in Kamerun werden, aber der dortige Fußballverband hat ihm abgesagt. "Weil die Frau des Staatspräsidenten, der mich unbedingt haben wollte, meine Geschichte mitgekriegt hat", sagt Matthäus.
Und damit zurück zu den Frauen. "Ich warte auf die nächste große Liebe, die wird kommen, da bin ich sicher."
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