Großbritannien Politiker-Freundin beleidigt Meghan Markle rassistisch

In Textnachrichten zog die Freundin des Ukip-Vorsitzenden rassistisch über Meghan Markle her. Das hat jetzt Konsequenzen.

Meghan Markle in London
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Meghan Markle in London


Meghan Markle war in der Vergangenheit bereits mehrfach das Ziel rassistischer Kommentare geworden - Prinz Harry verteidigte seine Verlobte schon vor einem Jahr in einem öffentlichen Appell gegen "sexistische und rassistische" Kommentare in sozialen Netzwerken. Nun ist Markle erneut Zielscheibe rassistischer Beleidigungen geworden.

Die 25-jährige Freundin des Ukip-Vorsitzenden Henry Bolton hatte nach Angaben der "Mail on Sunday" Nachrichten an einen Freund geschickt, in denen sie sich zutiefst abwertend über Markle und alle Menschen dunkler Hautfarbe äußerte. Außerdem warnte sie davor, dass Markle den Weg ebne "für einen dunkelhäutigen König in Großbritannien". Die US-Schauspielerin Markle hat mütterlicherseits afroamerikanische Wurzeln.

In einer Stellungnahme entschuldigte sich die Frau, die sich in sozialen Medien als Model, Schauspielerin und Journalistin bezeichnet, nun für ihre "schockierende" Ausdrucksweise. Die Zitate seien jedoch aus dem Zusammenhang gerissen worden, betonte sie. Sie selbst wurde sofort aus der rechtspopulistischen Partei geworfen. Am Sonntag mehrten sie die Forderungen, dass auch ihr Freund Bolton nach dem Vorfall von seinem Amt zurücktreten müsse.

"Geh' jetzt", forderte etwa Bill Etheridge, Abgeordneter im Europäischen Parlament. Bolton sollte die Agonie nicht verlängern. Ukip-Mitglieder meinten, dass ihr Parteichef nun "schwierige Entscheidungen" mit Blick auf seine Zukunft treffen müsse. Die Pressstelle war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der 54-jährige Familienvater Bolton hatte sich erst kürzlich von seiner Ehefrau getrennt.

Bis 2016 war Nigel Farage, einer der prominentesten Brexit-Befürworter, Chef der Ukip. Danach gaben sich seine Nachfolger schnell hintereinander die Klinke in die Hand: Diane James, Paul Nuttall, Steve Crowther und schließlich Bolton.

vks/dpa

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