Einst schwerster Mensch der Welt Von 595 auf 120

Siebzig Prozent der Erwachsenen in Mexiko sind übergewichtig, Juan Pedro Franco wog sogar fast 600 Kilo. Dann entschied sich der 33-Jährige für einen radikalen Schritt - mit nur einem Ziel.

AFP / GASTRIC BYPASS MEXICO

Juan Pedro Franco ergeht es wie so vielen seiner Landsleute: Er leidet unter Fettleibigkeit - aber sein Fall ist besonders. Noch vor einem Jahr galt Franco als schwerster Mann der Welt, inzwischen ist er auf dem Weg zu einem einigermaßen gesunden Körpergewicht.

Der 33-Jährige unterzog sich nun einer zweiten Magenbypass-Operation, wie das behandelnde Krankenhaus in Zapopan im Westen Mexikos mitteilte. Die Ärzte hoffen demnach, dass der 33-Jährige infolge des Eingriffs mehr als 200 Kilogramm verlieren kann.

Das Guinness-Buch der Rekorde hatte Franco vor einem Jahr gewogen und mit 595 Kilogramm als schwersten Mann der Welt registriert - das entspricht in etwa dem Gewicht eines männlichen Eisbären. Der junge Mann fasste schließlich den Entschluss, deutlich an Gewicht zu verlieren.

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Juan Pedro Franco: Von 595 auf 120

Im Mai war Franco ein erster Magenbypass gelegt worden. Inzwischen hat er sein Gewicht auf 366 Kilo verringert. Dank der neuerlichen Operation hofft er, bis auf 120 Kilo abspecken zu können. Er hätte dann binnen zwölf Monaten um 475 Kilogramm abgespeckt.

Im Video: Franco vor seiner ersten Operation

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Die jetzige Operation sei sehr gut verlaufen, sagte der Chirurg José Antonio Castaneda. "Wir sind sehr optimistisch". Wenn alles gut gehe, werde Franco seine Medikamente gegen Diabetes und zu hohen Blutdruck absetzen können - und hoffentlich nach sieben Jahren endlich wieder laufen können.

Fettleibigkeit ist in Mexiko weit verbreitet: Sieben von zehn Erwachsenen in dem Land sind übergewichtig; in Deutschland ist es jeder Zweite. Laut einer Studie der US-Universität Harvard sind in den vergangenen sechs Jahren in Mexiko etwa eine halbe Million Menschen an Fettleibigkeit und der Zuckerkrankheit gestorben. Das wären ungefähr siebenmal mehr Opfer, als in der gleichen Zeit im Drogenkrieg starben. Mittlerweile trinken die Mexikaner sogar mehr Cola als die US-Amerikaner.

Erst im Jahr 2014 war in Mexiko der damals schwerste Mensch gestorben: Manuel Uribe, den das Guinness-Buch der Rekorde sieben Jahren lang als weltschwersten Menschen führte, hatte zwischenzeitlich 560 Kilogramm gewogen. Sein Übergewicht machte Uribe bewegungsunfähig, er residierte in seinem Bett.

mxw/AFP



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