Fotos der mexikanischen First Lady Weg vom Hausmütterchen-Image

Mexikos Präsidentengattin Angelica Rivera de Peña ist mit ihrer Tochter auf dem Cover von "Marie Claire" zu sehen. Das Foto sticht aus der Masse der Titelbilder mit Politikergattinnen heraus. Manche Beobachter fragen sich: Sollten First Ladys sich so präsentieren?

Marie Claire/ Gregory Allen

Mexiko-Stadt - Bilder wie dieses gibt es zuhauf auf den Titelblättern der Hochglanzzeitschriften, jede Woche, in aller Welt. Dennoch hat "Marie Claire" mit den Covermodels ihrer Juli-Ausgabe für Mexiko und Lateinamerika einen kleinen Coup gelandet. Denn zu sehen sind Angélica Rivera de Peña, Ehefrau des mexikanische Präsidenten Enrique Peña Nieto, sowie deren Tochter Sofía Castro.

Nun ist Angélica Rivera nicht die erste Politikergattin, die sich für eine Modeschrift fotografieren lässt. "Vanity Fair" bebilderte eine Ausgabe mit Frankreichs damaliger Präsidentengattin Carla Bruni. Michelle Obama war auf dem "Vogue"-Titelblatt zu sehen, ebenso auf den Covern von "Children's Health", "Ladies' Home Journal", "Better Homes and Gardens", "The Oprah Magazine" und "Glamour".

Aber wie die beiden Damen aus Mexiko sich zeigen, ist durchaus bemerkenswert. Die Pose passt zum Thema des Artikels, einer Neudefinition von weiblicher Macht. Die Kleidung sei nicht sexy, schreibt die "Washington Post". Aber die Körpersprache sei es. Sonst würden Politikergattinnen eher majestätisch, mütterlich oder sehr geschäftsmäßig-nüchtern gezeigt. "Sex-Appeal ist kein gewollter Teil des Pakets."

Insbesondere aus Sicht des Nachbarn USA seien die Outfits erstaunlich, schreibt die Zeitung. Schließlich seien manche Beobachter immer noch pikiert, wenn im Weißen Haus nackte Arme zu sehen seien - eine Anspielung auf Michelle Obama, deren vergleichsweise harmlose Outfits manchen Traditionalisten schon viel zu weit gehen. Das Klatsch-Blog Perez Hilton konstatierte, Rivera habe einen furchtlosen Auftritt hingelegt.

Die "Washington Post" meinte derweil, mit Sex lasse sich eben alles verkaufen. Die größte Frage sei aber, ob man damit eine First Lady zu einer ganz normalen Frau machen könne.

Denn darum geht es ja: Die Schwarz-weiß-Bilder sollen das Präsidentenpaar in positivem Licht erscheinen lassen. Normalerweise gilt Angélica Rivera in der Öffentlichkeit als eher zurückhaltend. Umso mehr kann das Titelbild nun als Paukenschlag gelten - und "Marie Claire" stolz verkünden, so habe man Präsidentengattin und Tochter noch nie zusammen gesehen.

Der Zeitschrift sagte Rivera, sie halte mexikanische Designer für die "Besten der Besten". Warum sie dann beim Fotoshooting allerdings auch Entwürfe von Hermes, Tom Ford, Louis Vuitton und Dolce & Gabbana trug, bleibt ihr Geheimnis.

ulz

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