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Michael Schumacher: Diebe bieten Krankenakte zum Kauf an

Michael Schumacher (Archivbild): Krankenakte für 50.000 Euro zum Kauf angeboten Zur Großansicht
Getty Images

Michael Schumacher (Archivbild): Krankenakte für 50.000 Euro zum Kauf angeboten

Kaum aus dem Koma erwacht, ist Michael Schumacher das Opfer von übler Indiskretion geworden: Teile seiner Krankenakte wurden gestohlen und zum Kauf angeboten. Die Polizei ermittelt, Managerin Kehm kündigte juristische Schritte an.

Lausanne - Eine Woche nach der Verlegung von Michael Schumacher in eine Reha-Klinik sind Teile seiner Krankenakte gestohlen worden. "Seit einigen Tagen werden einigen Medienvertretern gestohlene Dokumente/Daten zum Kauf angeboten, von denen der Anbieter behauptet, es handele sich um die Krankenakte von Michael Schumacher", teilte seine Managerin Sabine Kehm mit.

"Wir können nicht beurteilen, ob die Unterlagen echt sind." Fakt sei jedoch, dass sie gestohlen wurden. Die Polizei sei eingeschaltet und ermittele bereits. Laut der "Bild"-Zeitung, die zuerst über den Fall geschrieben hatte, soll der Verkäufer als Mindestpreis 60.000 Schweizer Franken festgesetzt haben - das sind umgerechnet etwa 50.000 Euro.

Kehm zeigte sich empört über den Vorfall. "Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass der Ankauf solcher Unterlagen/Daten sowie deren Veröffentlichungen verboten sind", erklärte sie in ihrem Statement. "Daten aus der Krankenakte sind höchst vertraulich und dürfen der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden." Kehm kündigte zudem für jeden Einzelfall eine Strafanzeige an, falls gegen die Wahrung von Schumachers Intimsphäre verstoßen werde.

Wie kamen die Diebe an die Unterlagen?

Aus Polizeikreisen in Grenoble verlautete, das dortige Universitätsklinikum habe den Diebstahl der Krankenakte in der vergangenen Woche nach Schumachers Verlegung in ein Krankenhaus in der Schweiz angezeigt. Die Zeitung "Dauphiné Libéré" berichtete, auch Schumachers Schweizer Anwälte hätten Anzeige erstattet. Laut der Regionalzeitung wurden die ersten zwei Seiten einer rund zehnseitigen Akte gestohlen. Das Computersystem des Klinikums werde auf einen möglichen Hackerangriff oder unbefugten Zugang untersucht.

Völlig unklar ist bislang, wie der Unbekannte an die Akte gelangen konnte. In den vergangenen sechs Monaten seit Schumachers schwerem Skiunfall waren nur wenige Details über seinen Zustand nach außen gedrungen - obwohl Fremde sogar versucht hatten, zu ihm vorzudringen: Schon kurz nach dem Unglück hatte sich ein Journalist zu diesem Zweck als Priester verkleidet. Später hatten zwei Personen versucht, in Schumachers Krankenzimmer zu gelangen, um ihn zu fotografieren. Der Medienandrang war so groß, dass Schumachers Frau Corinna an die TV-Teams und Journalisten appellierte, das Klinikgelände zu verlassen.

Schumacher lag bis vergangenen Montag in der Universitätsklinik von Grenoble, in die er nach seinem Skiunfall am 29. Dezember eingeliefert und monatelang behandelt worden war. Vor einer Woche war der ehemalige Formal-1-Champion aus dem Koma erwacht. "Für die Zukunft bitten wir um Verständnis, dass seine weitere Rehabilitation außerhalb der Öffentlichkeit erfolgen soll", hatte Kehm daraufhin geschrieben.

Der 45-jährige Schumacher hatte bei einem Skiunfall am 29. Dezember im französischen Méribel ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten und war in Grenoble in ein künstliches Koma versetzt worden. Ende Januar wurde die Aufwachphase eingeleitet.

mxw/dpa/sid/Reuters/AP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 63 Beiträge
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1. Unverständnis
einmensch2013 23.06.2014
Abgesehen davon, dass sich wohl wirklich niemand finden wird, der diese Akten ankauft: Wie respektlos und niederträchtig kann man werden, um sich selbst am Unglück anderer zu bereichern?
2. Was erwarten wir denn vom boulevard?
ostanleger 23.06.2014
Zitat von sysopGetty ImagesKaum aus dem Koma erwacht, ist Michael Schumacher das Opfer von übler Indiskretion geworden: Seine Krankenakte wurde gestohlen und zum Kauf angeboten. Die Polizei ermittelt, Managerin Kehm kündigte juristische Schritte an. http://www.spiegel.de/panorama/leute/michael-schumacher-krankenakte-gestohlen-und-zum-kauf-angeboten-a-976999.html
Das übliche: für sensationsgeilheit werden menschenrechte mit füssen getreten. So wird nicht nur die persönlichkeitsrechtsgeschützte krankenakte verhökert, sondern die diebe prostituieren auch den respekt vor dem mitmenschen als solchen. Schuldig machen sich vor allem die sensationsgeilen gaffer, für die ein privates, wahrscheinlich ausserhalb medizinischer forschung nicht einmal interessantes ereignis wahnsinnig geil sein muss und für informationen darüber die boulevardblätter vom zaun reissen. Nebeneffekt: selbst diesen vorfall kann man dreist vermarkten. Arme seelen. Arme menschheit.
3. Michael unser Held
sotomajor 23.06.2014
Es ist eine Tragödie um Michael und diese Leute müssen auf ihre Plätze verwiesen werden. Es ist nicht Interesse was in dieser Krankenakte steht, unser Michael muss Gesund werden. Er war der Junge, der es geschafft hat, ein Desperado und mit einem unglaublichen Willen. Michael Schumacher steht für so viele Menschen und deshalb wünschen wir ihm nur das Beste. Nein ich mag nicht glauben das er nicht Gesund wird, ein Nein ! God with you Michael.
4. erstaunlich
fpwinter 23.06.2014
daß die Diebe die Akte dem Schumacher-Kreis nicht zum Rückkauf angeboten haben... Sollte irgendeine Zeitung das in die Finger kriegen, hat die hoffentlich einen Rest Anstandsgefühl!
5.
Herr Stein 23.06.2014
Sowohl wer die Info`s kauft wie veröffentlicht gehört bestraft und die Veröffentlichungen einkassiert...Hellerei muss nicht sein. btw.: Wenn soll den das interessieren was da drin steht?
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