Wenn ein Friedensnobelpreisträger fragt Mick Jagger wird politisch

In Polen würden "schlimme Dinge" passieren, hatte Ex-Präsident Lech Walesa gewarnt und auf Unterstützung der Stones gehofft. Die enttäuschten ihn nicht.

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Diese Bitte wollte Mick Jagger nicht abschlagen: Kurz vor dem Rolling-Stones-Konzert in Warschau hatte sich Polens früherer Präsident Lech Walesa an die Band gewandt. Viele Menschen in Polen, die die Freiheit verteidigten, bräuchten Unterstützung, hatte Walesa bei Facebook geschrieben - und eine Bitte an die Stones gerichtet.

In Polen würden derzeit "schlimme Dinge passieren", schrieb Walesa, Gegner der nationalkonservativen Regierung in Warschau, der sich den Protesten gegen den Zwangsruhestand von Richtern des Obersten Gerichts angeschlossen hatte. Wenn die Stones in Polen "etwas sagen oder tun könnten, würde ihnen das wahrlich etwas bedeuten".

Diesen Appell wollten die Rockveteranen nicht ignorieren - und bezogen Stellung zu den umstrittenen Justizreformen.

"Ich bin zu alt, um ein Richter zu sein, aber ich bin jung genug, um zu singen", sagte der 74-jährige Jagger bei einem Konzert in Warschau. Laut einer von der polnischen Zeitung "Gazeta Wyborcza" veröffentlichten Aufnahme wandte er sich auf Polnisch an sein Publikum. Dann wechselte er ins Englische.

"Ihr wisst, wir sind vor langer Zeit nach Polen gekommen, 1967", sagte Jagger und erinnerte damit an das erste Stones-Konzert im Land, das noch zu Zeiten des Kalten Krieges stattfand. Jagger mahnte: "Ich hoffe, Ihr haltet an allem fest, was Ihr seitdem gelernt habt, Gott segne Euch!"

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Justizreformen in Polen: Mick Jagger wird politisch

Der Zwangsruhestand von Richtern des Obersten Gerichts gehört zu einer Reihe umstrittener Justizreformen. Die EU-Kommission geht deshalb seit 2016 gegen die Regierung in Warschau vor.

fok/AFP



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