Prominente und die Midterm-Wahlen "Steht auf und geht wählen"

Amerika fiebert den Kongresswahlen entgegen, viele Prominente mischten eifrig mit. Sie gingen für ihre Kandidaten auf die Straße oder sangen in die Kamera - Ärger blieb dabei nicht aus.

AP

Sie zogen durch ihr Land, klingelten an fremden Türen, hielten flammende Reden und riefen in den sozialen Netzwerken dazu auf, zur Wahl zur gehen: Der Wahlkampf vor den US-Zwischenwahlen war vom Einsatz Prominenter geprägt. Viele Schauspieler, Musiker und Moderatoren mischten kräftig mit - vor allem für die Demokraten.

Überraschend äußerte sich die Sängerin Taylor Swift. In der Vergangenheit hatte sie sich mit politischen Äußerungen zurückgehalten. Nun änderte die 28-Jährige ihre Meinung. Über Instagram kündigte sie an, in ihrem Heimatstaat Tennessee für den demokratischen Senatskandidaten zu stimmen. Eine Woche vor der Wahl postete sie erneut einen politischen Aufruf, dieses Mal unter einem Foto mit ihrer Mutter. "Diese beiden Frauen aus Tennessee haben den Kandidaten gewählt, der sich als vernünftig und vertrauenswürdig erwiesen hat", schrieb Swift dazu. "Wir wollen Führung, keinen Extremismus, der auf Angst basiert."

Ihre Fans sollten der Abstimmung nicht fernbleiben, appellierte sie und warb für die Briefwahl. Das Schauspielerpaar Blake Lively und Mann Ryan Reynolds, das mit Swift befreundet ist, entschied sich für diese Art der Wahl. An Reynolds Geburtstag posierten die beiden nicht nur mit bunten Ballons, sondern auch mit ihren Wahlbriefen für die Kamera. "Happy Birthday to 2018's Sexiest Voter Alive", schrieb Lively unter das Foto von sich und ihrem Mann.

Oprah Winfrey ging für ihre Kandidatin sogar auf die Straße. Die TV-Moderatorin unterstützte im US-Bundesstaat Georgia Stacey Abrams. Damit die Demokratin zur ersten schwarzen Gouverneurin der Vereinigten Staaten gewählt wird, klingelte Winfrey an einer Tür nach der anderen.

Sänger John Legend warb in Ohio nicht nur für den demokratischen Kandidaten Aftab Pureval, sondern textete als Wahl-Ansporn zudem ein kleines Lied. "Kommt zusammen, wir können die Welt besser machen", sang er in die Kamera seines Smartphones. "Steht auf und geht wählen."

Auch Rockstar Axl Rose rief seine Fans in der vergangenen Woche dazu auf, wählen zu gehen. Der 56-Jährige gab ebenfalls eine klare Wahlempfehlung für die Demokraten. Und deshalb ärgerte es den Musiker umso mehr, dass die Republikaner während diverser Wahlkampfauftritte Musik seiner Band Guns N' Roses spielten.

Es sei schon eine Art Ironie, dass die Unterstützer des US-Präsidenten Donald Trump der "Anti-Trump-Musik" zuhörten, spottete der Sänger auf Twitter. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele von ihnen das verstehen oder sich darum scheren." Zudem wies er darauf hin, dass dies ohne Genehmigung geschehe.

Mit seinem Ärger ist er nicht allein. Steven Tyler von Aerosmith, Twisted Sister, Elton John und Rihanna forderten den US-Präsidenten ebenfalls auf, während seiner Wahlkampfveranstaltungen auf ihre Musik zu verzichten.

Viele prominente Unterstützer, die früher Trumps Politik unterstützten, hielten sich bei den Midterms zurück. Unter ihnen ist auch Kanye West, der den US-Präsidenten vor einigen Wochen noch im Weißen Haus besucht hatte. Seine Augen seien nun weit geöffnet, schrieb der US-Rapper auf Twitter.

Ihm sei nun bewusst, dass er benutzt worden sei, um Nachrichten zu verbreiten, an die er selbst nicht glaube. "Ich nehme Abstand von der Politik und konzentriere mich nun gänzlich darauf, kreativ zu sein." Und auch um andere prominente Unterstützer des US-Präsidenten ist es ruhig geworden. Stars wie Musiker Kid Rock oder Schauspieler Clint Eastwood, die sich 2016 für Trump starkmachten, ließen zu den Midterms nichts von sich hören.

"Diese Wahl könnte die folgenschwerste unserer Zeit sein", sagte Schauspieler Leonardo DiCaprio in einem Video, das er mit seinem Kollegen Brad Pitt aufnahm. Abgesehen von der politischen Positionierung - das Engagement für mehr Wahlbeteiligung mancher Prominenter könnte sich auszahlen. Während diese 2014 mit rund 36 Prozent die niedrigste seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war, zeichnet sich nun ein höheres Interesse ab.

sen

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Seite 1
erzengel1987 06.11.2018
1. Vielleicht braucht es mehr Parteien
Vielleicht liegt die Wahlbeteiligung so niedrig weil es nur zwei Parteien gibt. Die Wahl entspricht unserer AFD als Republikaner, beziehungsweise unserer CDU als Demokraten. Die SPD wäre da wohl bereits eine ultrakommunistische teuflische Partei^^. Aber ich vermute eine SPD wäre trotzdem in den USA durchaus erfolgreich. Eine derartige soziale Bewegung fehlt dort. Ebenso fehlt eine wirklich gute Grüne Bewegung. Es gibt durchaus andere Parteien in den USA nur ich verstehe nicht, wieso prinzipiell nur zwei Parteien von Bedeutung sind. Vor allem im Kern sind sich Republikaner und Demokraten prinzipiell ähnlich. Es gibt eigentlich nur bei abstrusen Themen gewaltige Meinungsverschiedenheiten. Beim Thema Waffen, Kriegseinsätze etc sind sich die Parteien doch beide sehr einig. Gut manch ein Demokrat will mal die Waffen einschränken aber das kann man nicht ernst nehmen. Die Show die sich beide Parteien jedesmal liefern ist wirklich gigantisch. Nur ich persönlich würde dort auch keine der beiden Parteien unterstützen. Ich würde eher dem teuflischen kommunistischen Vereinen beitreten^^, also eine normale Soziale Partei gründen oder so^^. Glaub würde dort die Linke nur ein Schild aufhängen^^ die Mitglieder müssten um ihr leben bangen. Bisschen überspitzt ^^. Was ich allerdings positiv finde, ist dass die wirklich alles versuchen um die Leute zur Wahl zu bewegen. Wie gesagt ich kritisiere nur dass es an wirklichen alternativen fehlt. Aber gut da können prinzipiell nur die einzelnen Menschen was ändern. Mit Facebook und Co. hätte man entsprechende Mittel um eine Partei zu gründen und kostengünstig zu organisieren. Grad bei Jungen Bürgern sollte das durchaus möglich sein. Seltsam dass das in einer so alten Demokratie nicht klappt.
RenegadeOtis 06.11.2018
2.
Zitat von erzengel1987Vielleicht liegt die Wahlbeteiligung so niedrig weil es nur zwei Parteien gibt. Die Wahl entspricht unserer AFD als Republikaner, beziehungsweise unserer CDU als Demokraten. Die SPD wäre da wohl bereits eine ultrakommunistische teuflische Partei^^. Aber ich vermute eine SPD wäre trotzdem in den USA durchaus erfolgreich. Eine derartige soziale Bewegung fehlt dort. Ebenso fehlt eine wirklich gute Grüne Bewegung. Es gibt durchaus andere Parteien in den USA nur ich verstehe nicht, wieso prinzipiell nur zwei Parteien von Bedeutung sind. Vor allem im Kern sind sich Republikaner und Demokraten prinzipiell ähnlich. Es gibt eigentlich nur bei abstrusen Themen gewaltige Meinungsverschiedenheiten. Beim Thema Waffen, Kriegseinsätze etc sind sich die Parteien doch beide sehr einig. Gut manch ein Demokrat will mal die Waffen einschränken aber das kann man nicht ernst nehmen. Die Show die sich beide Parteien jedesmal liefern ist wirklich gigantisch. Nur ich persönlich würde dort auch keine der beiden Parteien unterstützen. Ich würde eher dem teuflischen kommunistischen Vereinen beitreten^^, also eine normale Soziale Partei gründen oder so^^. Glaub würde dort die Linke nur ein Schild aufhängen^^ die Mitglieder müssten um ihr leben bangen. Bisschen überspitzt ^^. Was ich allerdings positiv finde, ist dass die wirklich alles versuchen um die Leute zur Wahl zu bewegen. Wie gesagt ich kritisiere nur dass es an wirklichen alternativen fehlt. Aber gut da können prinzipiell nur die einzelnen Menschen was ändern. Mit Facebook und Co. hätte man entsprechende Mittel um eine Partei zu gründen und kostengünstig zu organisieren. Grad bei Jungen Bürgern sollte das durchaus möglich sein. Seltsam dass das in einer so alten Demokratie nicht klappt.
Zum Einen ist das keine Parteienwahl, sondern die Wahl verschiedener Kandidaten, zum Anderen gibt es parteilose Senatoren und zum Dritten gibt es weit mehr als zwei Parteien in den USA.
Vadomar 06.11.2018
3.
Zitat von erzengel1987Vielleicht liegt die Wahlbeteiligung so niedrig weil es nur zwei Parteien gibt. Die Wahl entspricht unserer AFD als Republikaner, beziehungsweise unserer CDU als Demokraten. Die SPD wäre da wohl bereits eine ultrakommunistische teuflische Partei^^. Aber ich vermute eine SPD wäre trotzdem in den USA durchaus erfolgreich. Eine derartige soziale Bewegung fehlt dort. Ebenso fehlt eine wirklich gute Grüne Bewegung. Es gibt durchaus andere Parteien in den USA nur ich verstehe nicht, wieso prinzipiell nur zwei Parteien von Bedeutung sind. Vor allem im Kern sind sich Republikaner und Demokraten prinzipiell ähnlich. Es gibt eigentlich nur bei abstrusen Themen gewaltige Meinungsverschiedenheiten. Beim Thema Waffen, Kriegseinsätze etc sind sich die Parteien doch beide sehr einig. Gut manch ein Demokrat will mal die Waffen einschränken aber das kann man nicht ernst nehmen. Die Show die sich beide Parteien jedesmal liefern ist wirklich gigantisch. Nur ich persönlich würde dort auch keine der beiden Parteien unterstützen. Ich würde eher dem teuflischen kommunistischen Vereinen beitreten^^, also eine normale Soziale Partei gründen oder so^^. Glaub würde dort die Linke nur ein Schild aufhängen^^ die Mitglieder müssten um ihr leben bangen. Bisschen überspitzt ^^. Was ich allerdings positiv finde, ist dass die wirklich alles versuchen um die Leute zur Wahl zu bewegen. Wie gesagt ich kritisiere nur dass es an wirklichen alternativen fehlt. Aber gut da können prinzipiell nur die einzelnen Menschen was ändern. Mit Facebook und Co. hätte man entsprechende Mittel um eine Partei zu gründen und kostengünstig zu organisieren. Grad bei Jungen Bürgern sollte das durchaus möglich sein. Seltsam dass das in einer so alten Demokratie nicht klappt.
Es ist in der Tat ein Problem, dass es in den USA praktisch nur 2 Parteien gibt. Das ist aber dem Mehrheitswahlrecht geschuldet, solange das nicht geändert wird, und das wird es wohl sobald nicht, da es ja Verfassungsrang hat, wird sich nichts ändern. In Großbritannien gibt es ja ein ähnliches Phänomen. Die Republikanische Partei ist ein Sammelbecken von "normalen" Konservativen, ultrareligiösen Evangelikalen und offen Rechtsextremen. Wer sich keiner dieser Gruppen zugehörig fühlt, kann nur noch Demokraten wählen, die nach europäischen Vorstellungen allerdings auch alles Andere als "links" sind.
Vadomar 06.11.2018
4.
Es ist in der Tat ein Problem, dass es in den USA praktisch nur 2 Parteien gibt. Das ist aber dem Mehrheitswahlrecht geschuldet, solange das nicht geändert wird, und das wird es wohl sobald nicht, da es ja Verfassungsrang hat, wird sich nichts ändern. In Großbritannien gibt es ja ein ähnliches Phänomen. Die Republikanische Partei ist ein Sammelbecken von "normalen" Konservativen, ultrareligiösen Evangelikalen und offen Rechtsextremen. Wer sich keiner dieser Gruppen zugehörig fühlt, kann nur noch Demokraten wählen, die nach europäischen Vorstellungen allerdings auch alles Andere als "links" sind.
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