Kifferparadies Kalifornien Ex-Boxer Mike Tyson baut Cannabisplantage

Kaum hat der US-Bundesstaat Kalifornien den Verkauf von Marihuana legalisiert, wittern viele das große Geschäft. Auch der legendäre Boxer und Ohrläppchenbeißer Mike Tyson will mitverdienen.

Ex-Weltmeister im Schwergewicht Mike Tyson
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Ex-Weltmeister im Schwergewicht Mike Tyson


Mit Drogen kennt sich Mike Tyson zu seinem eigenen Leidwesen gut aus. Darüber hat der Ex-Boxweltmeister im Schwergewicht selbst ausführlich gesprochen. Ende 2013 gab er zu, bei einigen großen Kämpfen voll unter Drogen gestanden zu haben. Um dies zu verschleiern, habe er bei Dopingtests sogar einen künstlichen, mit fremdem Urin gefüllten Penis benutzt.

In seiner Autobiographie "Unbestreitbare Wahrheit" berichtet Tyson, schon als Kleinkind Alkohol getrunken und mit elf Jahren erstmals Kokain konsumiert zu haben. Marihuana habe er immer reichlich geraucht, später sei er "eine komplett zugedröhnte Koksnase" gewesen. Auch seinen Angriff auf Lennox Lewis bei einer legendären Pressekonferenz in New York, die im Januar 2002 in eine Massenschlägerei ausartete, führte er auf seinen Kokainkonsum zurück.

Tyson begab sich später in Behandlung. Und kann nun vielleicht sein Wissen in bare Münze umwandeln. Gemeinsam mit zwei Geschäftspartnern hat er ein etwa 16 Hektar großes Grundstück in der Wüste Kaliforniens erworben, auf dem er Cannabis anbauen will.

Seit Jahresbeginn darf Marihuana in Kalifornien auch an Kunden ohne medizinisch begründeten Bedarf legal verkauft werden. Tysons Ranch liegt knapp 180 Kilometer nördlich von Los Angeles in der Nähe des Death-Valley-Nationalparks. Zusätzlich zur Cannabis-Plantage plant "Iron Mike" dort ein Forschungszentrum für die Weiterbildung von Landwirten in Fragen des Marihuana-Anbaus. Auch ein Campingplatz soll auf dem Gelände angelegt werden.

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Kalifornien ist nach Colorado, Washington, Oregon, Alaska und Nevada der sechste US-Bundesstaat, in dem Marihuana nicht nur für medizinische Zwecke verkauft werden darf. In den USA brummt das Geschäft mit legalem Marihuana, der Markt wuchs 2017 um satte 33 Prozent. Experten gehen davon aus, dass bis 2020 allein in Kalifornien jährlich bis zu sieben Milliarden Dollar umgesetzt werden.

2016 war bereits der des Dopings überführte ehemalige Radprofi Floyd Landis in Colorado ins Cannabis-Geschäft eingestiegen.

Tyson, der 1986 der jüngste Schwergewichts-Weltmeister der Geschichte geworden war, fiel in seiner Karriere mit zahlreichen Skandalen auf. 1992 wurde er wegen Vergewaltigung und 1999 wegen eines tätlichen Angriffs auf Beteiligte an einem Verkehrsunfall verurteilt.

ala/dpa



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