Mila Kunis über Sexismus "Du findest nie mehr Arbeit in dieser Stadt"

In einem offenen Brief berichtet Schauspielerin Mila Kunis vom alltäglichen Sexismus in Hollywood - und was sie dagegen unternimmt.

AP

Mila Kunis hat die Nase voll. Von Bevormundung, vom Lohnunterschied - und von Männern, die über Kunis' Leben bestimmen wollen. Darum hat die 33-Jährige auf der Plattform "A plus" einen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie von ihren Erfahrungen mit Sexismus im Showgeschäft berichtet.

"Du wirst nie wieder in dieser Stadt arbeiten", habe ihr ein Produzent erklärt. Der Grund? Kunis hatte sich geweigert, als halbnacktes Model auf dem Titel eines Magazins zu erscheinen, um Werbung für einen Film zu machen.

"Ich war bleich, ich fühlte mich gedemütigt und zum ersten Mal in meiner Karriere sagte ich Nein", schreibt die Schauspielerin. "Die Welt ist nicht untergegangen. Der Film hat eine Menge Geld eingespielt und ich habe weiter in dieser Stadt gearbeitet. Wieder und wieder."

Während ihrer Karriere habe es viele Momente gegeben, in denen sie beleidigt, ins Abseits gestellt, schlechter bezahlt, bei kreativen Entscheidungen ignoriert und kleingemacht worden sei - nur wegen ihres Geschlechts.

"Schluss mit Kompromissen"

"Ich brachte mir selbst bei, dass ich nach den Regeln dieses Jungsklubs spielen muss, um als Frau in dieser Industrie Erfolg zu haben", sagt Kunis. "Je älter ich wurde und je länger ich in der Industrie arbeitete, desto klarer wurde mir: Das ist Bullshit."

Besonders prägend sei ein Erlebnis mit einem anderen Produzenten gewesen, schreibt die Schauspielerin. Nachdem sie mit drei weiteren Frauen eine Produktionsfirma gegründet hatte, habe der sie in einer Besprechung eines Projekts als "Bald-Frau von Ashton und Baby-Mami" bezeichnet.

Der Mann habe sie auf ihre Rolle als Ehefrau von Ashton Kutcher und Mutter reduziert und die Kreativität und die Leistung ihres Teams ignoriert. Es sei das Ende des Projekts gewesen.

"Ab jetzt werde ich diese Kommentare ansprechen, wenn ich ihnen begegne. Wenn mir das passiert, passiert es anderen Frauen in noch viel größerem Ausmaß", schreibt Kunis. "Für mich ist Schluss mit Kompromissen. Und ich lasse mich nicht mehr kleinmachen."

cnn

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