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Schülerin als Schönheitskönigin

Miss Abi

Ihre Vorgängerin war Lehrerin und ließ sich beurlauben, die neue Miss Germany hat anderes vor: Soraya Kohlmann will als Schönheitskönigin durchs Land tingeln - und trotzdem weiter die Schulbank drücken.

Donnerstag, 09.03.2017   12:24 Uhr

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Soraya Kohlmann hat ein Problem, mit dem sich kaum eine andere Frau im Land herumschlagen dürfte: Sie geht zur Schule - und als Schönheitskönigin über Laufstege im ganzen Land. Wenige Wochen nach ihrer Wahl zur neuen Miss Germany hat die 18-Jährige nun bekannt gemacht, dass sie trotz ihres Amtes bald Abitur machen möchte.

In den kommenden Wochen werde sie für die im Mai anstehenden Abiturprüfungen lernen, sagte die Leipzigerin. Ursprünglich wollte Kohlmann das Abitur um ein Jahr verschieben und sich auf die Tätigkeit als Miss Germany konzentrieren. "Doch alle haben mir geraten, so kurz vor dem Ziel nicht aufzugeben." Geprüft werde sie in ihren beiden Leistungskursen Kunst und Deutsch.

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Kohlmann war Mitte Februar zur neuen Miss Germany gewählt worden. Nach Angaben der Organisatoren wäre es das erste Mal in der 90-jährigen Geschichte des Schönheitswettbewerbs, dass eine Miss Germany während ihrer Amtszeit die Hochschulreife erlangt.

Ihre Schule in Leipzig zeige sich flexibel, sagte Kohlmann. So könne sie ihre Termine als Schönheitskönigin mit den schulischen Verpflichtungen vereinbaren: "Die unterstützen mich alle ganz toll." Nach dem Abitur werde sie dann verstärkt öffentlich auftreten, geplant ist auch ein Empfang in ihrer Heimatstadt. Zudem soll sie Deutschland bei der Wahl zur Miss Earth im Herbst auf den Philippinen vertreten.

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Die 18-Jährige setzte sich bei der Wahl der neuen Miss Germany gegen 20 Konkurrentinnen im Alter zwischen 17 und 28 Jahren durch. "Ich kann mein Glück gar nicht in Worte fassen", sagte sie nach der Wahl. "Ich freue mich, Deutschland mit Offenheit und Herzlichkeit repräsentieren zu dürfen." Ihre Amtszeit als Miss Germany beträgt ein Jahr.

Kohlmanns Vorgängerin war ebenfalls noch zur Schule gegangen - als Lehramts-Referendarin. "Am 1. März kehre ich in meine Schule und damit an meine alte Wirkungsstätte zurück", sagte Lena Bröder aus dem westfälischen Nordwalde kürzlich. Sie werde an der Anne-Frank-Gesamtschule in Havixbeck bei Münster wieder katholische Religion und Hauswirtschaft unterrichten.

mxw/dpa

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