"Miss USA": Kandidatin wirft wegen Teilnahme von Transsexuellen hin

Neben Lippenstift und Bikinifigur haben die Kandidatinnen der Miss-USA-Wahl ein neues Thema gefunden: Die Aufnahme von transsexuellen Teilnehmerinnen. Erst lobte die Gewinnerin die Entscheidung, jetzt tritt eine andere aus Wut darüber ab - sie wirft den Organisatoren zudem Betrug vor.

Miss Pennsylvania Sheena Monnin: Donald Trump kündigte Klage gegen sie an Zur Großansicht
AP

Miss Pennsylvania Sheena Monnin: Donald Trump kündigte Klage gegen sie an

Pittsburgh - Der Schönheitswettbewerb "Miss USA" ist eigentlich eine recht skandalfreie Veranstaltung, wenn man von Zickenkrieg und manchmal eher ungeschickten Aussagen der Teilnehmerinnen absieht. Derzeit wird die Wahl allerdings von einem heiß diskutierten Thema überschattet: Die Aufnahme von transsexuellen Kandidatinnen.

Die für den Staat Pennsylvania angetretene Sheena Monnin hat offenbar aus diesem Grund nun ihre Krone hingeworfen. Auf ihrer Facebook-Seite warf sie den Organisatoren Betrug vor, die Erklärung wurde mittlerweile entfernt. Die Veranstalter sagten allerdings, die Schönheitskönigin sei über die Aufnahme einer transsexuellen Teilnehmerin erbost gewesen und habe deshalb das Handtuch geschmissen. Das berichtet die "Daily Mail".

Demnach leiteten die Miss-USA-Veranstalter eine E-Mail, die von Monnin stammen soll, an die "Daily Mail" weiter. Die Miss-USA-Organisatoren bestätigten Monnins Rückzug. Darin nennt die abgetretene Schönheitskönigin das Okay zur Zulassung Transsexueller zum Wettbewerb als Grund für ihr Ausscheiden.

Donald Trump kündigt Klage gegen die ehemalige Kandidatin an

In ihrem Facebook-Eintrag schreibt Monnin, eine andere Teilnehmerin habe die Namen der fünf Erstplatzierten bereits am Sonntagmorgen, Stunden vor der Fernsehausstrahlung, gekannt. Als dieselben Kandidatinnen in der Show gewählt wurden, habe sie sich zum Rücktritt entschieden, erklärte Monnin.

Donald Trump, Chef des Miss-USA-Wahlzirkus, kündigte in einem Fernsehinterview am Mittwoch an, Monnin wegen falscher Anschuldigungen zu verklagen.

Der Umgang mit Transsexuellen hatte die Organisatoren des Miss Universe-Wettbewerbs in den vergangenen Monaten beschäftigt. Der Transsexuellen Jenna Talackova war die Teilnahme an der Vorausscheidung zur Miss Universe Canada verweigert worden. Erst nach heftigen Protestendurfte sie doch mitmachen, schaffte es aber nicht in die nächste Runde.

Die Gewinnerin, Olivia Culpo, hatte nach der Wahl gesagt, es gebe einfach eine Tradition mit Siegerinnen, die von Geburt an Frauen seien. "Aber heute gibt es so viele Operationen und so viele Leute, die das Bedürfnis haben, sich zu verändern, um ein glücklicheres Leben zu haben." Sie akzeptiere das, sagte Culpo, weil die USA ein freies Land seien. Culpo tritt nun für die USA bei der Wahl zur Miss Universe im Dezember an.

lgr/dapd

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Schlaue Kandidatin...
rvdf11974 07.06.2012
...sie weiß wohl dass sie da keinerlei Chancen hat...
2. freie Entscheidung
talackova 07.06.2012
Wer die Regeln eines Spiels nicht mag, sollte nicht mitspielen.
3. Anmerkung
abby_thur 08.06.2012
Sheena Monnin hat wohl kein Selbstbewusstsein, wenn sie fürchtet. nicht so schön wie eine Transe zu sein ;-)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Leute
RSS
alles zum Thema Schönheitswettbewerbe
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 3 Kommentare
Fotostrecke
"Miss USA": Die Frage nach den Transsexuellen