Proteste in Indonesien Miss-World-Finale muss nach Bali verlegt werden

Seit Tagen wird in Indonesien gegen die Miss-World-Wahl protestiert. Nun offenbar mit Erfolg. Die Veranstalter haben das Finale des Schönheitswettbewerbs auf die Insel Bali verlegt.

DPA

Jakarta - Erst wurden die Bikinis verboten, nun muss die Veranstaltung für das Finale komplett umziehen: Der letzte Teil der Miss-World-Wahl wird nicht wie geplant in Sentul nahe der indonesischen Hauptstadt Jakarta stattfinden, sondern auf der Touristeninsel Bali. Dies teilte der Sozialminister des Landes, Agung Laksono, mit.

Seit Tagen protestieren islamische Hardliner gegen den Schönheitswettbewerb. Hunderte Demonstranten waren am Donnerstag und Freitag in Jakarta auf die Straßen gegangen. Ihre Kritik: Der Schönheitswettbewerb degradiere Frauen zu Objekten.

Die Veranstalter hatten zunächst versucht, die Demonstranten mit einer Programmänderung zu beschwichtigen. Aus Rücksicht auf die islamischen Landessitten wurde die Königsdisziplin aller Schönheitswettbewerbe, das Bikini-Schaulaufen, gestrichen.

Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Fast 90 Prozent der 238 Millionen Einwohner sind Muslime. Bali gehört zwar auch zu Indonesien, ist aber mehrheitlich von Hindus bewohnt. Als wichtigster Touristenmagnet des Landes zieht die Insel jährlich Millionen Urlauberinnen an, von denen sich viele in knapper Badebekleidung am Strand präsentieren.

Die 137 Frauen, die Anwärterinnen auf die Krone sind, befinden sich bereits auf Bali. Hier finden die Vorentscheidsrunden statt. Für das Finale am 28. September können sie nun gleich dort bleiben.

gam/dpa/AP



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