Nach Frage zu Bill Clinton Monica Lewinsky bricht Interview ab

Auch rund 20 Jahre nach ihrer Affäre mit Bill Clinton wird Monica Lewinsky immer wieder darauf angesprochen. Wie sehr sie das offenbar verärgert, hat sie bei einem Interview gezeigt.

AP

Sie stand abrupt von ihrem Platz auf und verließ die Bühne: Monica Lewinsky hat in Israel ein Interview abgebrochen. Der Grund dafür: Die Moderatorin hatte ihr eine Frage zu ihrer Affäre mit Bill Clinton gestellt - obwohl es offenbar vorher anders abgesprochen worden war.

Lewinsky ist heute Psychologin und setzt sich gegen Cyber-Mobbing ein. In Jerusalem sprach sie bei einer Veranstaltung über die Gefahren von sozialen Medien und sollte im Anschluss interviewt werden. Yonit Levi befragte sie jedoch nicht zu dem Thema ihrer Rede, sondern wollte als Erstes wissen, ob Lewinsky immer noch eine persönliche Entschuldigung von Bill Clinton erwarte. Die Reaktion Lewinskys war eindeutig: "Es tut mir leid, ich werde nicht in der Lage sein, das zu tun", sagte sie und ging.

Später erklärte die 45-Jährige ihr Verhalten auf Twitter. Es habe vorab klare Absprachen gegeben, worüber gesprochen werden dürfe und worüber nicht. Sie habe Levi am Tag zuvor gesagt, dass die Frage zu Bill Clinton tabu sei: "Als sie mich das auf der Bühne fragte, mit unverhohlener Missachtung unserer Absprache, wurde mir klar, dass ich getäuscht worden war."

Sie habe das Interview verlassen, weil es für Frauen heute mehr als je zuvor wichtig sei, für sich selbst einzustehen und anderen nicht zu erlauben, ihre Geschichte zu bestimmen. Bei dem Publikum bat sie gleichzeitig um Entschuldigung: "Es tut mir sehr leid, dass das Gespräch so enden musste."

Im Februar hatte Lewinsky in einem Gastbeitrag für "Vanity Fair" geschrieben, dass die Beziehung mit Clinton sie immer noch belaste. Sie beginne erst langsam zu verstehen, "welche riesigen Machtunterschiede es zwischen einem Präsidenten und einer Praktikantin gegeben hat", schrieb Lewinsky. Einen sexuellen Übergriff durch den 27 Jahre älteren Clinton habe es jedoch nicht gegeben.

Clinton hätte die Affäre Ende der Neunzigerjahre fast das Amt gekostet. Im Juni sagte er dem TV-Sender NBC auf die Frage, ob er glaube Lewinsky eine persönliche Entschuldigung zu schulden: "Nein. Ich habe nie mit ihr gesprochen, aber ich habe öffentlich mehr als einmal gesagt, dass es mir leid tut."

bbr/Reuters/AP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.