Monica Lierhaus' Comeback: "Da bin ich"

Mit Turnschuhen unter dem Abendkleid trippelte Monica Lierhaus bei der Verleihung der Goldenen Kamera zurück ins öffentliche Leben. "Ich möchte wieder an meiner Zukunft arbeiten", sagte die 40-Jährige und legte gleich los: Sie fragte ihren Lebensgefährten, ob er sie heiraten wolle.

Berlin - Günter Netzers Stimme bebte bereits, da war sie noch gar nicht auf der Bühne: "Noch nie in meinem Leben habe ich einen Satz lieber gesagt: Willkommen zurück, Monica Lierhaus!" An der Hand ihres Lebensgefährten Rolf Hellgardt trippelte die 40-Jährige unsicher in den Saal, in dem die Goldene Kamera verliehen wurde. Unter ihrem blau schimmernden Abendkleid trug sie noch Turnschuhe.

Das Publikum staunte. Es war der erste öffentliche Auftritt der einstigen "Sportschau"-Moderatorin, seit sie vor zwei Jahren schwer erkrankte. "Das ist ein sehr emotionaler Moment, ich bin sehr berührt und bewegt, wie freundlich Sie mich hier empfangen", sagte Monica Lierhaus, von ihrer Erkrankung noch immer deutlich gezeichnet.

"Es gibt so viele Menschen, denen ich unglaublich viel zu verdanken habe", sagte die 40-Jährige und erwähnte ihre Eltern, ihre Schwester Eva, ihrer Krankenschwester Jaqueline und Freunden. "Vor allem aber möchte ich mich bei dir, Rolf, bedanken, du hast alles für mich getan. Ohne dich würde ich heute hier mit Sicherheit nicht stehen. Du bist wirklich mein Held!"

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Monica Lierhaus: "Ich bin sehr berührt und bewegt"
"Möchtest du mich heiraten?"

Es sei schon sehr lange her, dass sie auf einer Bühne gestanden habe. "Jetzt kann ich es kaum fassen: Da bin ich", sagte Lierhaus unter dem Beifall der rund 800 Gäste im Saal. Die Journalistin nannte die Verleihung, bei der ihr der Ehrenpreis überreicht wurde, einen Wendepunkt. "Ab heute möchte ich wieder an meiner Zukunft arbeiten. Mich engagieren und mir neue Ziele setzen. Sehr hart arbeite ich daran, wieder einmal vor der Kamera stehen zu können."

Ihre Zukunftsplanung setzte Lierhaus noch an Ort und Stelle in die Tat um und rief ihren Lebensgefährten Rolf Hellgardt vom Bühnenrand zu sich. "Kannst du dir nicht denken, worum es geht?", fragte sie den Fernsehproduzenten. "Nein", sagte dieser und schüttelte den Kopf. "Ich möchte dich fragen, ob du mich heiraten willst", erklärte Lierhaus. Das mehrmalige Ja ihres Verlobten ging im Beifall fast unter. "Auf jeden Fall!", rief er zudem, nahm ihre beiden Hände und fiel vor ihr auf die Knie.

Für Lierhaus' tapferen Auftritt, ihre Rede und ihren Heiratsantrag gab es minutenlange Standing Ovations. Im Publikum flossen Tränen der Rührung. Renée Zellweger ("Bridget Jones"), TV-Moderatorin Inka Bause und andere zeigten sich sehr berührt.

"Fantastisch, schön, dass sie wieder da ist"

"Es war mir schon klar, dass das ein sehr emotionaler Auftritt werden würde", sagte Hape Kerkeling, der die Gala moderierte. "Aber als sie dann ihrem Lebensgefährten, dem Rolf, einen Heiratsantrag gemacht hat, da musste ich mich wegdrehen und hab' gedacht 'Wie um Himmels Willen soll ich die Sendung weiter moderieren?', weil mich das emotional so gepackt hat, ihr Zurückkommen und ihr Sich-Zeigen und dann eben noch dieser Heiratsantrag - das war ein starker emotionaler Moment."

"Fantastisch, schön, dass sie wieder da ist", freute sich auch "Tagesthemen"-Moderator Tom Buhrow. "Ich war sehr bewegt", gestand auch der Sportreporter René Hiepen. Die lange Krankheit habe Lierhaus gezeichnet, aber er bewundere ihre Energie, "wieder ins Leben zurückzufinden". Hiepen sagte: "Es war nicht mehr die Monica, die wir vor Augen hatten, das war aber auch klar. Aber ich bewundere ihren Mut und wünsche ihr, dass ihr das Weitere Kraft gibt, das zu schaffen, was vor ihr steht."

Am 6. Januar 2009 hatte Monica Lierhaus für die ARD live von der Vierschanzentournee berichtet. Zwei Tage später ließ sie sich im Universitätsklinikum im Hamburger Stadtteil Eppendorf (UKE) operieren. Bislang hat sie kein Interview dazu gegeben, nun traf sie sich mit einem Redakteur der "Bild am Sonntag" (BamS). Dem Bericht zufolge sollte im Rahmen dieser OP ein Aneurysma im Gehirn verschlossen werden, doch Lierhaus erlitt eine Hirnblutung. Anschließend wurde sie für knapp vier Monate ins Koma versetzt.

Laut "BamS" verbrachte Lierhaus acht Monate in einer Rehaklinik am Bodensee. Vieles musste sie dem Bericht zufolge neu erlernen, mühsam und diszipliniert kämpfte sie sich zurück ins Leben.

Seit einem Jahr trainiere sie täglich mehrere Stunden, berichtet die "Bams": Physiotherapie, Ergotherapie, Neuropsychologie, Sprachtraining. Das ganze, harte Programm.

jjc

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