MTV Movie Awards "In dieser Welt ist kein Platz für Mobbing"

Millie Bobby Brown sprach sich bei den MTV Movie & TV Awards gegen Hetze im Netz aus. Sie hatte ihren Twitteraccount nach vermehrten Angriffen gelöscht.

DPA

Niemand glaubt wirklich, dass "Stranger Things"-Star Millie Bobby Brown mit Absicht Homosexuelle überfährt. So wie niemand wirklich glaubt, dass Millie Bobby Brown Menschen mit einem Kaffeebecher bewerfen würde, weil die ein Shirt in Regenbogenfarben tragen. Trotzdem hat die 14-Jährige Brown ihren Twitteraccount gesperrt - weil in dem sozialen Netzwerk Memes kursierten, die Brown genau so zeigen.

Bei den MTV Movie Awards nutzte Brown jetzt die Bühne, um ihrem Ärger Luft zu machen. "Wenn du nichts Nettes zu sagen hast, dann sag es einfach nicht", appellierte sie an das Publikum. Die Awards gelten eigentlich als eine Art Spaß-Gala des Senders MTV, bei der das Publikum schauspielerische Leistungen auch in ausgefallen Kategorien ehrt: "Bester Kuss" etwa oder "Bester Bösewicht".

Doch Brown politisierte mit ihrem Auftritt die Veranstaltung, bei der als Preis vergoldetes Popcorn verliehen wird. Gerade eine Woche ist es her, dass Schauspielerin Kelly Marie Tran aus "Die letzten Jedi" alle ihre Instagram-Posts löschte - wegen rassistischer und sexistischer Beleidigungen. Ihre Kollegin Daisy Ridley hatte ihre Accounts in den sozialen Medien schon 2016 abgemeldet, nachdem sie Opfer eines Shitstorms geworden war.

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Die Gewinner der MTV Movie Awards: "Großes Jahr für schwarze Menschen"

"Es sollte in dieser Welt keinen Platz für Mobbing geben, und ich werde es nicht tolerieren", sagte Brown in ihrer Videobotschaft. Sie hatte wegen einer Knieverletzung nicht nach Santa Monica in Kalifornien reisen können, wo die Preisverleihung stattfand. Ihre Serienkollegen aus "Stranger Things" nahmen ihren Preis als beste Schauspielerin in einer Serie für sie entgegen.

Der Gewinner: Black Panther

Bei den Movie Awards ging es auch sonst politisch zu. Gleich vier Preise räumte der Superheldenfilm "Black Panther" ab, in dem fast ausschließlich Schwarze mitspielen. Es sei "ein großes Jahr für Schwarze" gewesen, sagte Comedian Tiffany Haddish. Auch ihre Wahl als Moderatorin dürfte kein Zufall gewesen sein: Sie führte als erste schwarze Frau durch die Show.

Chadwick Bosewin, der die Hauptrolle in "Black Panther" spielt, erhielt den Preis als bester Filmheld und bester Schauspieler. Sein Schauspielkollege Michael B. Jordan gewann als bester Bösewicht in seiner Rolle als skrupelloser Erik Killmonger in "Black Panther". "Ich bin schockiert, dass ausgerechnet ich den Preis als Schurke bekommen habe", scherzte Jordan auf der Verleihung. "Ich dachte, Roseanne hätte ihn sicher."

Damit spielte Jordan auf die Entlassung von TV-Star Roseanne Barr an. Die Trump-Anhängerin hatte die afroamerikanische Juristin Valerie Jarrett, eine ehemalige Obama-Beraterin, auf Twitter rassistisch beleidigt. "Hätten die Muslim-Bruderschaft und Planet der Affen ein Baby, würde es aussehen wie Valerie Jarrett", schrieb sie. Ihre Show "Roseanne" wurde daraufhin abgesetzt.

Eine komplette Liste der Gewinner der MTV Movie & TV Awards finden Sie hier.

lmd

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