Nach Kritik von Rudy Giuliani Rapper T.I. verteidigt Beyoncés Protest gegen Polizeigewalt

Beyoncé thematisierte bei den MTV Awards Polizeigewalt gegen Schwarze - das passte New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani gar nicht. Unterstützung bekommt die Sängerin nun von einem Kollegen.

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Mit ihrem Auftritt bei den MTV Video Awards wollte Beyoncé ein politisches Zeichen setzen. Bei ihrer Ankunft posierte sie mit schwarzen Müttern, deren Söhne von der Polizei erschossen worden, auf dem roten Teppich. Später auf der Bühne sackten ihre in weiß gekleideten Tänzer in sich zusammen, getaucht in rotes Licht. Ein Mahnmal für die Opfer der Polizeigewalt.

Rudy Giuliani hat die Performance im amerikanischen Frühstücksfernsehen scharf kritisiert. "Ich habe mehr Leben von Schwarzen gerettet als die Leute, die Sie da auf der Bühne gesehen haben - indem ich die Kriminalität bekämpft habe", sagte der Ex-Bürgermeister New Yorksin der Sendung bei Fox News.

Giuliani brüstete sich damit, das "beste und größte Polizeirevier der Welt" als Bürgermeister geleitet zu haben. Fünf seiner Onkel seien Polizisten gewesen und zwei seiner Cousins, von denen einer im Dienst gestorben sei. Wegen seiner vor 35 Jahren angestoßenen Reformen, die bessere Jobs und Bildung gebracht hätten, seien heute 4000-5000 junge schwarze Menschen mehr am Leben als ohne ihn, sagte er.

"Er ist kein Liebhaber von Musik"

Angesprochen auf das Statement des Republikaners, reagierte der US-Rapper T.I. nun gereizt. "Wen zur Hölle interessiert es, was Rudy Giuliani über Musik sagt", polterte er in die Kamera des Promi-Magazins TMZ. "Er ist kein Liebhaber von Musik, das ist keine Politik", sagte er weiter. Giuliani sollte sich lieber um Donald Trump Sorgen machen.

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Auf die Aussage des Politikers angesprochen, er habe etliche Leben von Schwarzen gerettet, konterte T.I.: "Er hat auch so viele unnötigerweise ins Gefängnis gesteckt." Letztlich komme es drauf an, aus welcher Perspektive man die Diskussion betrachte. "Der eine sagt so, der andere so", meinte der Rapper.

Es war nicht das erste Mal, das Beyoncé auf den Rassismus im Land aufmerksam machte.

Im Video zu ihrem Song "Formation" sitzt die Sängerin auf einem versinkenden Auto der Polizei von New Orleans - eine Anspielung auf die Folgen von Hurrikan "Katrina": Die Überflutung der Stadt 2005 ist zum Symbol geworden für die Ignoranz der Bundesbehörden, wenn es um das Schicksal der schwarzen US-Bevölkerung geht.

Daraufhin hatte die Polizeigewerkschaft zum Boykott von Beyoncé-Konzerten aufgerufen.

jal



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
capadonna 30.08.2016
1. stimmt schon
T.I. scheint resigniert zu haben. Er weiß dass sich da nicht viel ändern wird. Er kennt das system. Ich mag den Kerl. what up, mane.
From7000islands 30.08.2016
2. Schuster bleib bei Deinem Leisten
Wer anders sollte Beyonce verteidigen als Künstler, Wissenschaftler, Philosophen oder Geistliche? Sie stehen für den Raum über der Erde. Die Polizisten stehen sicher täglich auf der Erde.
SichtausChina 31.08.2016
3. Giulianis Ignoranz
Die USA sind nicht die Welt. Ich lebe im Polizeirevier Peking, mit 24 millionen Einwohnern und m.W. keinem durch die Polizei ermordeten Schwarzen oder anderer Minderheiten. Auch kaum mit Morden in der Zivilbevoelkerung. Das ist gute Polizeiarbeit.
MrDonJoe 31.08.2016
4.
das ist entweder ignoranz oder rechte propaganda. die wahrscheinlichkeit, dass ein schwarzer von polizisten getötet wird, ist 2,5 mal höher als bei einem weißen. 27 prozent der getöteten waren 2016 schwarze. schwarze sind eine minderheit - gerade mal 13% der bevölkerung. das will was heißen.
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