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Nachwuchs: Anna Netrebko ist schwanger

Den Wiener Opernball verließ sie nach kurzer Zeit, ihren Auftritt bei den Salzburger Festspielen hat sie abgesagt: Operndiva Anna Netrebko erwartet ihr erstes Kind. Noch vor kurzem hatte sie in einem Interview die Familienplanung als Zukunftsmusik abgetan - der Stimme wegen.

Wien - Vater des Kindes ist Netrebkos Verlobter, der Sänger Erwin Schrott. "Wir sind beide sehr, sehr glücklich darüber, dass wir bald zu dritt sind", erklärte die russisch-österreichische Starsopranistin über ihre Agentur. Das Baby werde im Herbst erwartet. Mit dem Bariton Schrott hat sich die 36-Jährige Ende vergangenen Jahres in New York verlobt.

Derzeit befindet sich die Sängerin in Wien bei den Dreharbeiten zur ZDF-Verfilmung von Puccinis "La Bohéme". "Anna Netrebko wird ihre beruflichen Verpflichtungen, soweit es ihre Ärzte erlauben, einhalten", sagte ihr Manager Jeffrey D. Venderveen.

Der schönste Blumenstrauß der Welt

Die Leitung der Salzburger Festspiele bestätigte indes, dass Netrebko ihre Teilnahme abgesagt hat. Die Sängerin sollte in der französischen Oper "Roméo et Juliette" von Charles Gounod in einer Inszenierung von Bartlett Sher mitwirken. Die Festspielleiterin Helga Rabl-Stadler sagte der Tageszeitung "Österreich": "Wir sind überrascht, aber wir verstehen ihr Glück. Der schönste Grund für eine Absage ist ein Kind. Deshalb wird sie auch den schönsten Blumenstrauß der Welt von uns geschenkt bekommen." Der Ersatz für Netrebko im Sommer soll nach Angaben der Festspielleitung in einigen Tagen bekannt gegeben werden.

Netrebko hatte im vergangenen Jahr aufgrund von Stimmband- Problemen ein Engagement bei den Festspielen kurzfristig abgesagt und damit eine Debatte über die Belastbarkeit von Opernstars ausgelöst.

Schwanger? Bei dem Terminplan unmöglich

Netrebko und Schrott waren bereits mehrfach Bühnenpartner - unter anderem in "Don Giovianni". Die Operndiva war zuvor mit dem italienischen Bariton Simone Alberghini liiert. Seit der Trennung hielt sie sich mit Äußerungen über ihr Privatleben sehr zurück. Eine Schwangerschaft war zumindest laut letzten Interviewäußerungen zunächst nicht geplant, denn im Dezember hatte sie zu dem Thema noch gesagt: "Schwanger zu sein, würde einfach alles verändern, nicht nur meine Stimme. Kinder zu bekommen heißt, viel Energie und Zeit zu investieren. Mit meinem Terminplan ist das im Moment unmöglich."

Zum Wiener Opernball in der vergangenen Woche war Netrebko in einer weitgeschnittenen Robe erschienen. Sie hatte die glamouröse Veranstaltung schon bald wieder verlassen - wegen des Beginns der Dreharbeiten am kommenden Tag, wie es hieß. Am 11. Februar wird sie zur Berliner Benefizgala Cinema for Peace erwartet. Dort soll die Sängerin die Laudatio für einen neuen Umweltpreis halten. Für Ende Juni ist im Schlosspark von Schönbrunn außerdem eine Gala mit dem mexikanischen Startenor Rolando Villazon und Placido Domingo und den Wiener Philharmonikern geplant.

Ihre Ausbildung absolvierte die Sopranistin am Konservatorium in St. Petersburg; international bekannt wurde Netrebko im Jahr 2002 mit ihrer Darstellung der Donna Anna in Mozarts "Don Giovanni". Im gleichen Jahr debütierte sie an der New Yorker Met. Seitdem ist sie begehrter Gast in allen großen Opernhäusern der Welt. 2006 nahm Netrebko die österreichische Staatsbürgerschaft an, ihren russischen Pass behielt sie aber auch.

han/AFP/dpa

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