Nacktquiz-Moderatorin: Von einer, die sich auszog, ein Star zu sein

Die Band "Fettes Brot" rappte mit "Bettina, zieh dir bitte etwas an" einen Charterfolg. Nacktquiz-Moderatorin Bettie Ballhaus sagt, sie sei das Vorbild für den Song. Gerade erlebt sie kostbare Ruhmesminuten - und will den Erfolg mit bizarren Unternehmungsplänen festhalten.

SPIEGEL ONLINE: Frau Ballhaus, Sie sind überraschend ganz oben in den deutschen Charts ...

Ballhaus: Was, icke?

SPIEGEL ONLINE: ... in den deutschen Charts gelandet - einige Boulevardblätter und vor allem Sie selbst behaupten schließlich, die Band "Fettes Brot" habe Ihnen den Oberweiten-Rap "Bettina, zieh dir bitte etwas an" gewidmet. Der Song ist mittlerweile auf Platz drei in der Single-Hitparade geklettert.

Ballhaus: Ja, ja, das hört sich wirklich schwer danach an, dass ich diejenige bin, über die da gesungen wird, obwohl die Band das dementiert hat. Aber alle meine Freunde und meine Fans sagen mir: Bettie, das ist dein Lied.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie "Fettes Brot" mal selbst um Aufklärung gebeten?

Ballhaus: Ich denke, die Jungs sind mir nicht gewachsen, die trauen sich nicht, mit mir zu reden. Wahrscheinlich würde ich sie auch mundtot machen.

SPIEGEL ONLINE: In dem Song wird eine Quizmoderatorin namens Bettina dazu aufgerufen, ihre Brüste einzupacken. Wenn Sie sich schon angesprochen fühlen - fühlen Sie sich denn auch durch das Lied beleidigt?

Ballhaus: Neee, es ist schon eine große Ehre, wenn einem ein Song gewidmet wird. Ich habe ja vor einer Weile noch bei dem Fernsehsender DSF gearbeitet und halbnackt vor der Kamera rumgeschrien: "Null eins drei sieben neun acht neun dreitausend - anrufen!" Allerdings haben die mich in dem Lied als blond und drall bezeichnet ...

SPIEGEL ONLINE: Sie würden also sagen, dass Sie in Wahrheit nicht derart großzügig gepolstert sind?

Ballhaus: Ich wiege 42 Kilo und bin 1,50 Meter groß, entschuldigen Sie mal, was ist daran drall? Höchstens meine Oberweite, die übrigens echt ist!

SPIEGEL ONLINE: Ah ja. Erheblich zugenommen hat immerhin Ihr Bekanntheitsgrad seit Veröffentlichung des Liedes.

Ballhaus: Bei mir stehen Fernsehteams vor der Tür und es wird über mich berichtet. Aber meine Fans werden dadurch nicht mehr. Im Gegenteil, die Fans, die ich habe, regen sich auf, weil ich nicht mehr beim DSF bin. Die bringen das Lied mit meiner Kündigung dort in Verbindung. Aber das hat nichts miteinander zu tun, auch wenn es eine Boulevardzeitung geschrieben hat. Ich konnte mich schon lange mit dem Format und meiner Arbeit dort nicht mehr indentifizieren. Das klingt vielleicht arrogant, aber ich finde mich selber für die "Ruf mich an!"-Nummer ein bisschen zu groß.

SPIEGEL ONLINE: Und womit identifizieren Sie sich jetzt?

Ballhaus: Ich mache Kunst.

SPIEGEL ONLINE: In welcher Richtung?

Ballhaus: In der Richtung, dass mein Körper aus Kunststoff nachgeformt wird. Mal stehe ich, mal liege, mal sitze ich. Da wird ein Abdruck gemacht, ich verharre in meiner Pose, bis das Material ausgehärtet ist. Der Torso wird dann dekoriert, entweder mit Samt oder Chiffon und dann eingerahmt.

SPIEGEL ONLINE: Sie scherzen.

Ballhaus: Nein, das ist schon wahre Kunst, was ich da mache.

SPIEGEL ONLINE: Man könnte auch sagen: Sie schlachten Ihre neu gewonnene Popularität gewaltig aus.

Ballhaus: Quatsch, ich bin ja nicht erst seit diesem Jahr Bettie Ballhaus. Mich gibt es schon geschlagene zwölf Jahre in der Erotikbranche. Wenn man vorher aufmerksam durchs Fernsehen gezappt hat, konnte man mich oft sehen. Klar, der Song war vielleicht das I-Tüpfelchen.

SPIEGEL ONLINE: Wieviel verkaufen Sie denn von Ihren Kunst-Kunststoffkörpern?

Ballhaus: Die Plastiken liegen natürlich in einer Preiskategorie, die sich Otto Normalverbraucher nicht leisten kann. Das ist etwas für Sammler und solche, die ihre Wohnungen mit gewisser Klasse und Stil ausstatten wollen.

SPIEGEL ONLINE: Kostenpunkt?

Ballhaus: Mein Oberkörper kostet 280 Euro. Der Unterkörper, mit Slip allerdings, liegt bei 320 Euro. Aber ich habe den Slip natürlich auch getragen.

SPIEGEL ONLINE: Würden Sie behaupten, dass Sie mit dem Verkauf getragener Schlüpfer nun auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere angelangt sind?

Ballhaus: Ich arbeite gerade an meinem Projekt "Die Model-WG". Ich lade verschiedene Models zu mir in die Wohnung ein und das wird dann im Internet übertragen. Wie "Big Brother" muss man sich das vorstellen. Die Idee liegt schon länger auf meinem Schreibtisch, aber man sagt ja, wenn die Zeit reif ist, dann soll man. Und ich finde, nun ist genau der richtige Moment.

Das Gespräch führte Dennis Kayser

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