Nanterre - Es gab eine kurze Anhörung am frühen Abend - dann vertagte sich das Gericht in Nanterre nahe Paris auf Dienstag. Prinz William, Nummer zwei der britischen Thronfolge, will vor dem Gericht eine einstweilige Verfügung erwirken. Diese soll die Veröffentlichung von Fotos seiner Frau unterbinden, auf denen sie barbusig im Urlaub zu sehen ist. Zusätzlich erstattete das Paar in Nanterre Strafanzeige gegen Unbekannt.
Die Paparazzi-Fotos zeigen Kate nur mit Bikinihöschen bekleidet auf der Terrasse eines Privatanwesens in der Provence. Das französische Klatsch-Magazin "Closer" hatte in der vergangenen Woche erstmals die Aufnahmen veröffentlicht und damit im Königshaus für Empörung gesorgt.
"Die Königin ist nackt"
Jetzt zog eine italienische Zeitschrift nach: "Skandal am Hof - die Königin ist nackt" titelt "Chi" ("Wer") in großen roten Buchstaben unter dem Foto der Herzogin von Cambridge. Gleich 18 Aufnahmen von Kate sind in einer 26-seitigen Sonderausgabe zu sehen. "Chi" erscheint wie "Closer" im Verlag Mondadori, der zum Medienimperium von Silvio Berlusconi gehört - und fürchtet sich offenbar gar nicht vor rechtlichen Konsequenzen.
"Es ist ein Scoop und einer großer noch dazu", erklärte "Chi"-Herausgeber Alfonso Signorini nonchalant. "Ich habe nicht einen Moment gezögert."
Die Fotografin, die in Frankreich die umstrittenen Topless-Bilder aufgenommen haben soll, versteckt sich der britischen "Daily Mail" zufolge vor der Öffentlichkeit. Die Frau soll in der Vergangenheit für mehrere große Nachrichtenagenturen in Europe gearbeitet haben. Sie erklärte, sie habe zwar im Chateau d'Autet in der Nähe von Avignon Fotos von den berühmten Briten geschossen - aber mit den bereits veröffentlichten nichts zu tun.
Berlusconis Tochter geht nach vorn
Zerknirscht berichtet die "Daily Mail" von "Berlusconis Betrug". Der italienische Ex-Premier sei von der königliche Familie stets zu verschiedenen Gelegenheiten empfangen worden, man habe ihn wie einen privilegierten Freund behandelt, so zum Beispiel, als er 2009 die Queen im Buckingham Palace besuchte.
In einem offenen Brief an den Herausgeber der römischen Wochenzeitung "La Repubblica" beklagte Berlusconis Tochter Marina am Montag die Auswüchse des "Anti-Berlusconismus" im Lande, der immer mehr "aufwieglerische und obssessive Züge" annehme. "Mein Vater kümmert sich um Politik und hat bei allem Respekt wirklich anderes zu tun als an irgendwelche Fotos zu denken."
Die 46-Jährige ist Vorsitzende des Mondadori-Verlags sowie der Holding Fininvest, einer Medienfirma, die ihr Vater 1978 gründete und zu der Mondadori gehört. Das Verlagshaus sei bekannt für seine Autonomie und beschränke sich darauf, einen guten Job zu machen, so die Tochter. Sie selbst habe mit der Auswahl der Fotos nichts zu tun, "abgesehen von dem Respekt für die Gefühle einer jungen Frau, die die unvermeidbaren Auswirkungen ihrer Popularität entdeckt".
William und Kate sind derzeit auf Asien- und Pazifik-Tour. Im Dorf Burns Creek auf den Salomonen besuchten sie Projekte zur Bekämpfung der Armut in dem bitterarmen Inselstaat.
ala
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