Besuch in Nepal Prinz Harry bei der Elitetruppe der Gurkhas

Als Soldat lernte Prinz Harry die nepalesischen Elitekämpfer Gurkhas schätzen. In Afghanistan dienten beide gemeinsam. Nun hat der Queen-Enkel die Krieger in ihrer Heimat besucht.

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Großbritanniens Prinz Harry hat in Nepal ein Dorf eines früheren Gurkha-Soldaten besucht, der einst in der britischen Armee diente. Bei seinem Besuch des Landes im Himalaya flog der Prinz zum Dorf Leurani, nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu. Die Dorfbewohner empfingen den königlichen Gast mit Tänzen, später traf er die Familie von Mangali Tamang, die 86-jährige Witwe des früheren Gurkha-Kriegers.

Die Gurkhas stellen seit Beginn des 19. Jahrhunderts eigene Einheiten in der britischen Armee, der Name leitet sich von der früheren Bezeichnung Nepals ab. Die Kämpfer gelten als ausdauernde und zähe Soldaten und haben bereits zahlreiche Kriege an der Seite der Kolonialmacht geführt. In Afghanistan diente Harry als Soldat auch an der Seite eines Gurkha-Bataillons.

"Wenn man weiß, dass man bei den Gurkhas ist, dann gibt es wirklich keinen sichereren Ort", sagte der Prinz damals, im T-Shirt zwischen militärischer Ausrüstung sitzend. Mit den Gurkhas zu leben und zu arbeiten, bezeichnete er als einen der Höhepunkte seiner Zeit in Afghanistan, wo der ausgebildete Kampfhubschrauber-Pilot zweimal im Einsatz war.

Beim Besuch der Familie des Kämpfers standen die Dorfbewohner nun für den 31-Jährigen Spalier. Später boten sie dem zweiten Sohn von Thronfolger Prinz Charles Blumen sowie einen cremefarbenen Schal dar - ein Geschenk, das besonderen Gästen vorbehalten ist. Nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal 2015 besuchte er auch zwei Familien, die ihre zerstörten Häuser wieder aufbauen. Knapp 9000 Menschen waren bei dem Beben gestorben, etwa eine Millionen Menschen obdachlos geworden.

Gurkha-Witwe Tamang äußerte sich nach der Begegnung überglücklich: "Ich konnte nicht mehr machen, als ihm eine Blumenkette umzulegen und dann segnete ich ihn." Sie wünsche ihm, dass er 100 Jahre alt werden möge und dass alle seine Träume in Erfüllung gehen, hieß es.

Harry ist das erste Gast der britischen Königsfamilie in dem Land, in dem 2008 die Monarchie nach 240 Jahren abgeschafft wurde. Regierungschef Khadga Prasad Oli und Präsidentin Bidhya Devi Bhandari hatten den Prinzen auf seiner fünftägigen Reise bereits empfangen.

Vor Harrys Besuch hatten Gurkha-Vertreter Entschädigungszahlungen für die Gefallenen in den Weltkriegen gefordert. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg waren rund 40.000 Nepalesen im Kampf für die britische Armee gestorben. Die Familien der Gefallenen wollten auch wissen, wo genau ihre Angehörigen gekämpft hätten, sagte Rajesh Kulung von der Gurkha-Forschungsgemeinschaft.

Außer dem Gurkha-Dorf besuchte Harry am Montag auch den Bardia-Nationalpark, in dem Nashörner und Tiger leben. Dabei sprach er mit lokalen Behördenvertretern und Umweltschützern über den Erhalt der Artenvielfalt - und verschaffte sich sogar von einem Schlauchboot aus einen Eindruck von der Region.

apr/AP/dpa



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