Limousinen-Unfall in New York Die tödliche Kreuzung von Schoharie

20 Menschen starben bei einem schweren Verkehrsunfall im US-Bundesstaat New York, nun sind weitere Details bekannt geworden. Die Kreuzung galt unter Ortskundigen als gefährlich.


Sie wollten den 30. Geburtstag einer Freundin feiern, befanden sich US-Medien zufolge auf dem Weg zu einer Brauerei im US-Bundesstaat New York. Doch die 17 Insassen der Stretch-Limousine kamen nie an.

Stattdessen kam es zu einem der schwersten Verkehrsunfälle des Landes seit Jahren: 20 Menschen starben, darunter der Fahrer und zwei Fußgänger.

Nach Angaben der Polizei fuhr die Limousine über eine Straßenkreuzung und prallte auf ein geparktes SUV. Die genauen Umstände sind noch unklar. Zu dem Unfall kam es vor einem Geschäft nahe der Stadt Schoharie, etwa 270 Kilometer nördlich von New York City.

Die Managerin des Ladens, Jessica Kirby, sagte der Nachrichtenagentur AP, die Unfallstelle gelte als gefährlich. Bereits im Jahr 2008 sei es dort zu einem tödlichen Unfall gekommen, daraufhin sei die Kreuzung erneuert worden. Dennoch hätten danach mehrmals Sattelschlepper das dort aufgestellte Stoppschild überfahren. Es gebe dort immer wieder Unfälle. "Mehr Unfälle, als ich zählen kann", sagte Kirby.

Die Leichen der Unfallopfer werden noch obduziert, noch ist nicht bekannt, ob sie angeschnallt waren. Auch die Geschwindigkeit der Limousine ist nicht geklärt.

Unfallstelle
Google Earth

Unfallstelle

Die Zeugin Kirby sagte der "New York Times", der Wagen sei mit geschätzt 60 Meilen pro Stunde gefahren, also knapp 100 Kilometern pro Stunde. Der Wagen sei in den Parkplatz des Ladens gerast, dort seien auch die Fußgänger erfasst worden."Ich will die Szene nicht beschreiben", sagte sie demnach. "Das ist nichts, worüber ich nachdenken will".

In der Limousine saßen vier Schwestern und ihre Freunde. Sie hätten den 30. Geburtstag der jüngsten Schwester feiern wollen, sagte Barbara Douglas, eine Tante der Schwestern.

"Sie haben das Vernünftige getan und eine Limousine gebucht, damit sie nicht selbst fahren müssen", sagte Douglas. "Sie waren wundervolle Mädchen." Drei der Schwestern seien mit ihren Ehemännern im Auto gewesen. Die Kinder der Paare seien daheim geblieben.

"Dies ist einer der größten Verluste, den wir seit langer, langer Zeit gesehen haben", sagte der Vorsitzende des Nationalen Verkehrssicherheitsrats, Robert Sumwalt. Es sei der schwerste Unfall seit Februar 2009, als der Flug von Colgan Air 3407 in Buffalo, New York, abstürzte, und 50 Menschen starben.

Rettungskräfte am Unfallort
DPA

Rettungskräfte am Unfallort

Sicherheitsprobleme in Limousinen werden seit Jahren in den USA diskutiert. Ein Unfall auf Long Island im Juli 2015, bei dem vier Frauen auf einer Weingut-Tour getötet wurden, heizte die Debatte an. Zu Stretchlimousinen umgebaute Fahrzeuge verfügen häufig nicht über Sicherheitsmaßnahmen wie Seitenairbags, verstärkte Überrollschutzbügel und Notausgänge.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo versprach, sich für die schnellstmögliche Aufklärung des Falls einzusetzen: "Mein Herz ist gebrochen ob der 20 Menschen, die bei diesem fürchterlichen Unfall ums Leben kamen. Ich habe staatliche Stellen angewiesen, alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um bei dieser Untersuchung festzustellen, was zu dieser Tragödie geführt hat."

jpz/AP/Reuters

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