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"Nipplegate": Oberstes US-Gericht verhandelt über Janet Jacksons Brust

Es ist noch immer die berühmteste Superbowl-Show aller Zeiten: Justin Timberlake fingert Janet Jackson so lange am Bustier herum, bis eine Brust herausplumpst. Dieser entblößte Busen beschäftigte nun erneut das Oberste Gericht der USA.

Washington - Die skandalumwitterte Superbowl-Show mit Janet Jackson vor mehr als fünf Jahren beschäftigt weiter die Justiz in den USA: Die neun Richter des ehrwürdigen Supreme Court in Washington verhandelten die nackten Tatsachen der einstigen Halbzeitshow des amerikanischen Football-Finales und hoben in einer am Montag veröffentlichten Entscheidung das Urteil eines Berufungsgerichts vom Juli 2008 auf, in dem der US-Fernsehsender CBS von jeder Schuld an der Affäre um die bei einem Liveauftritt freigelegte Brust der Sängerin freigesprochen worden war.

Das Berufungsgericht solle noch einmal prüfen, ob der Sender nicht doch ein Strafgeld von 550.000 Dollar hätte zahlen müssen, entschieden die höchsten Richter nun.

Die Richter hatten im vergangenen Jahr geurteilt, die FCC habe bei der Verhängung des Bußgelds willkürlich gehandelt. Die Entscheidung sei ein Bruch mit der fast drei Jahrzehnte währenden Praxis der FCC, nur mit finanziellen Strafen zu reagieren, wenn das gezeigte Programm einen regelrechten Schock für die Zuschauer darstelle.

Die Geldbuße war die höchste, die jemals gegen einen US-Fernsehsender verhängt wurde.

Die FCC hatte CBS dafür haftbar gemacht, dass bei der Show am 1. Februar 2004 kurzzeitig die entblößte Brust Jacksons zu sehen war.

Bei dem Skandalauftritt im Jahr 2004 hatte der Sänger Justin Timberlake seiner Duettpartnerin Jackson offenbar aus Versehen das Bustier heruntergerissen. Daraufhin war mehrere Sekunden lang Jacksons nackte Brust zu sehen - live vor 90 Millionen Fernsehzuschauern. Dem als "Nipplegate" bekannten Fall folgte eine lange juristische Auseinandersetzung, die mit dem Spruch des Supreme Court nun in die nächste Runde geht.

Drei Jahre lang hatte ein Bundesgericht in Philadelphia über die Geldstrafe verhandelt und sie letztendlich mit der Begründung aufgehoben, CBS sei nicht für Jacksons Handeln verantwortlich. Im Herbst 2008 hatte die US-Regierung - damals noch unter Präsident George W. Bush - das Oberste Gericht angerufen und um eine Prüfung des Falls gebeten.

Die US-Regierung argumentierte in ihrem Antrag, Jacksons "öffentliche Entblößung", die das größte Publikum "in der Fernsehgeschichte" gehabt habe, falle unter das US-Verbot der Erregung öffentlichen Ärgernisses. Deswegen müsse die Strafe gegen CBS beibehalten werden.

Der anstößige Anblick vor rund 90 Millionen Zuschauern dauerte exakt "Neun-Sechzehntel einer Sekunde". Justin Timberlake sang dabei die Liedzeile: "Gonna have you naked by the end of this song" - "Bis zum Ende dieses Lieds werde ich dich nackt haben".

jjc/AFP/AP

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Janet Jackson: Die "Nipplegate"-Affäre


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