Kids ohne Kohlenhydrate: Gwyneth Paltrow setzt Nachwuchs auf Pasta-Entzug

Gwyneth Paltrow: Keine Kohlenhydrate für die Kids Fotos
AP/ The Rachael Ray Show

Keine Muffins für Moses und Apple: In ihrem neuen Kochbuch singt Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow das Hohelied der No-Carbs-Diät. Kohlenhydrate seien bestenfalls unverträglich, schlimmstenfalls allergieauslösend. Deshalb muss auch die ganze Familie drauf verzichten.

New York - Wer sich bereits fortgepflanzt hat, weiß: Der Nachwuchs liebt Toast, Spaghetti und Pizza - kurzum alles, was aus fiesem, bösem weißen Mehl gemacht ist. Gern auch Kuchen mit dem noch viel schädlicheren Kristallzucker darin. Der Kampf gegen die Industrie-Pampe auf dem Kinderteller ist hart, mitunter aussichtslos.

Es braucht offenbar eine entschlossene Frau wie Gwyneth Paltrow, um für Ordnung im Lebensmittelhaushalt zu sorgen. Die 40-Jährige setzt ihre Kinder einfach zeitweise komplett auf Diät - "no carbs", "keine Kohlenhydrate", lautet die Zauberformel. Pasta, Brot und Reis seien einfach schlecht für Apple, 8, und Moses, 6, ist sie überzeugt. Ihre Entscheidung, darauf zu verzichten, sei dadurch erleichtert worden, dass Gatte Chris Martin und die Kids ohnehin kein Gluten, Milch oder Hühnereier vertragen. Das hätten Allergietests ergeben.

Im April wird die Schauspielerin ihr zweites Kochbuch herausbringen. "Es ist alles gut", heißt es. In einem Kapitel davon widmet sie sich laut "Daily Mail" ausschließlich dem Thema Getreide. Jeder Experte, den sie gesprochen habe, stimme mit ihr überein, dass Gluten bestenfalls schwer verträglich, schlimmstenfalls allergieauslösend sei.

Die wenig überraschende Erkenntnis: "Manchmal, wenn meine Familie und ich keine Pasta, Brot oder Getreide essen, haben wir diesen besonderen Hunger, der kommt, wenn man Kohlehydrate vermeidet." Nun sollte die Frage gestattet sein, warum Kinder in einer Überflussgesellschaft überhaupt Hunger haben sollten und was es für ihre Konzentrations- und Leistungsfähigkeit in der Schule bedeutet, wenn sie am Morgen gar keine Kohlenhydrate zu sich nehmen.

Die Kritik an dem Ausflug der Oscar-Preisträgerin ins Reich der Ökotrophologie ließ nicht auf sich warten: "Das Buch liest sich wie das Manifest einer sonderlichen Studententruppe aus gesunden Mädchen, die Rübensaft statt Filzstift benutzen, um die Problemzonen auf dem Körper der anderen zu markieren", ätzte Hailey Eber von der "New York Post".

Bereits im Jahr 2008 hatte Ernährungs-Guru Paltrow das Lifestyle-Online-Portal goop gestartet. Auch hier gibt es jede Menge Rezepte für ein besseres Körpergefühl, außerdem Klamotten und Schmuck mit den Schriftzügen "mom", "rad" oder "love" drauf. Briefbögen glänzen mit "Je t'aime" in goldenen Lettern - alles exklusiv und in limitierter Ausgabe, versteht sich.

Esther Zuckerman vom Nachrichtenportal The Atlantic Wire resümierte: "Paltrows Buch hebt Hollywoods lächerliche Neurose in Sachen Essen auf ein neues Niveau."

ala

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