Dennis Rodman in Nordkorea Der Türöffner

Dennis Rodman reist erneut nach Nordkorea - dieses Mal aber nicht, um ein Geburtstagsständchen für Kim Jong Un zu singen. Der Ex-Basketballer versucht sich offenbar als Diplomat. Er wolle "Türen öffnen".

AFP

Dennis Rodman ist zu einem Besuch in Pjöngjang eingetroffen. Sein Anliegen werde US-Präsident Donald Trump glücklich machen, so der exzentrische Ex-Basketballer. Er werde versuchen, "etwas zu erreichen, das wir beide brauchen", sagte Rodman am Flughafen von Peking.

Sein Hauptanliegen sei, "den Sport nach Nordkorea zu bringen", zitierte die BBC Rodman. Er wurde in Pjöngjang vom stellvertretenden Sportminister Son Kwang-Ho empfangen.

Rodman sorgte bereits mehrfach mit Reisen nach Nordkoreafür Aufsehen und Unverständnis in den USA. Seine freundschaftliche Beziehungzu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un kam in der Heimat nicht gut an. Rodman wurde vorgeworfen, sich wie eine Marionette behandeln zu lassen.

Tiefpunkt war seine Reise im Januar 2014, als "Dennis the menace" Kim Jong Un in einer Sporthalle ein Geburtstagsständchen gesungen hatte. Später entschuldigte sich der Exzentriker. Zuletzt war Rodman wegen Fahrerflucht in den Schlagzeilen.

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Zu Besuch bei Kim Jong Un: Dennis Rodman auf diplomatischer Mission

Der 56-Jährige wird seine neu entdeckten diplomatischen Fähigkeiten auch diesmal offenbar nicht dazu einsetzen, um über in Nordkorea inhaftierte US-Amerikaner zu sprechen. "Das ist gerade nicht mein Ziel", sagte Rodman. Bereits bei einem früheren Besuch war er dafür kritisiert worden, seinen Einfluss nicht für die Freilassung des US-Bürgers Kenneth Bae genutzt zu haben.

Der koreanischstämmige Bae war im April 2013 auf einer Reise nach Nordkorea wegen angeblicher Missionierungsversuche verhaftet und zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Im November 2014 wurde Bae jedoch wieder freigelassen.

Kurz nach Rodmans Ankunft in Pjöngjang gab US-Außenminister Rex Tillerson die Freilassung des in Nordkorea inhaftierten US-Bürgers Otto Warmbier bekannt. Einen Zusammenhang mit der Reise des Ex-Basketballers gibt es offenbar nicht. Warmbier war am 2. Januar 2016 in Nordkorea festgenommen worden, weil er angeblich ein Propagandaschild gestohlen haben soll.

Das US-Außenministerium ist über Rodmans Reise nach Nordkorea informiert. "Wir wünschen ihm alles Gute. Aber wir warnen US-Bürger davor nach Nordkorea zu reisen", sagte Staatssekretär Thomas Shannon der Nachrichtenagentur Reuters.

Die US-Regierung dürfte anlässlich der jüngsten Spannungen mit Nordkorea wenig erfreut über Rodmans Besuch sein. Das diktatorisch geführte Land arbeitet an der Entwicklung von Interkontinentalraketen - eine Bedrohung auch für die USA. Mit Raketentests und zwei Atomwaffentests hat Nordkorea zudem erneut gegen Uno-Resolutionen verstoßen. Präsident Donald Trump hat den Staat beim G 7-Gipfel in Italien jüngst als "Weltproblem" bezeichnet.

asz/AP/sid



insgesamt 3 Beiträge
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macstabi 13.06.2017
1. Treffen sich ....
.... zwei Vollpfosten! Was gibz da mehr dazu zu sagen?
julia-s12345 13.06.2017
2. Erfolg
Habe gerade gelesen, dass Otto Warmbier freigelassen wurde und diese Freilassung in Zusammenhang mit Dennis Rodmans Besuch steht! Dann hat sich dieser gelohnt! Ich freue mich über jeden Erfolg, den ein Besuch eines Freundes in Nordkorea mit sich bringt! Freue mich für die Familie des Inhaftiertes, der nun endlich wieder nach Hause kommt!
clausbremen 13.06.2017
3. Wenn ...
... zwei irre Typen im Dialog sind, ergibt sich nicht unbedingt etwas positives. Aber wer weiß, minus mal minus ergibt zumindest mathematisch ein positives Ergebnis.
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