Obduktion ergebnislos Polizei rätselt über Todesursache von Winehouse

Die Gerichtsmedizin sollte Klarheit bringen - doch auch nach einer Obduktion bleibt die Ursache für den plötzlichen Tod von Popstar Amy Winehouse unbekannt. Die Ermittler hoffen nun auf toxikologische Tests. Deren Ergebnisse dürften allerdings auf sich warten lassen.

REUTERS

London - Der Tod von Popstar Amy Winehouse bleibt rätselhaft. Auch eine Obduktion brachte keine Erklärung, warum die Sängerin am Sonntag in ihrem Haus im Londoner Stadtteil Camden im Alter von 27 Jahren gestorben ist. Die britische Polizei teilte am Montag mit, es seien weitere toxikologische Tests notwendig. Mit Ergebnissen sei in zwei bis sechs Wochen zu rechnen.

Immerhin gibt es erste Indizien. Am Tag vor ihrem Tod soll sich Winehouse unwohl gefühlt haben. Das sagte ihre Mutter der britischen Zeitung "Sunday Mirror". Überrascht zeigte sich Janis Winehouse vom Ableben ihrer Tochter nicht. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, dass ihre Tochter sterben würde. Winehouse hatte mit ihrer Drogen- und Alkoholsucht immer wieder für Schlagzeilen gesorgt.

Die Londoner Polizei stuft den Tod der Soul-Sängerin bisher als ungeklärt ein und wies Vermutungen zurück, Winehouse sei an einer Überdosis gestorben. Auch ein Verbrechen schlossen die Ermittler aus.

Von den behandelnden Ärzten will die britische Boulevardzeitung "The Sun" erfahren haben, dass die Künstlerin sechs Stunden tot in ihrem Bett gelegen habe. Um 10 Uhr morgens habe Winehouse noch mit ihren Sicherheitsleuten gesprochen, gegen vier am Nachmittag fand sie einer ihrer Leibwächter leblos auf.

Im ganzen Haus seien keine Drogen gefunden worden und noch am Abend vor ihrem Tod habe Amys Ärztin ihr gesagt, dass alles in Ordnung sei. So schreibt es das Boulevardblatt.

Fans trauern vor dem Haus des Stars

Die Menschen in Winehouses Heimatstadt London trauerten auf bisweilen eigenwillige Art um ihren toten Star. Leere Weingläser und eine Kiste des belgischen Bieres "Stella Artois" standen auf der Straße vor ihrem Haus im Norden der Stadt. Ein Fan legte ein Dutzend Zigaretten neben die vielen Blumenkränze. Zu ihren Lebzeiten war Winehouse fast nie ohne Zigarette gesehen worden, obwohl sie ein Lungenemphysem hatte.

In den ersten sieben Stunden nach dem Tod der Sängerin schaffte es das zweite Studioalbum von Amy Winehouse zurück in die Charts - fünf Jahre nach seinem Erscheinen. Die Verkaufszahlen des Albums nahmen zwischen Freitag und Samstag um das 37fache zu.

jok/AP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.