Olympiasieger Mo Farah Bundespolizei weist Rassismusvorwurf zurück

Bei einer Kontrolle am Münchner Flughafen kam es zu Streitigkeiten zwischen Leichtathletik-Olympiasieger Mo Farah und Sicherheitsmitarbeitern. Der Brite erhob Rassismusvorwürfe. Die Bundespolizei hat sich nun zu dem Vorfall geäußert.

Mo Farah beim Halbmarathon in London
AFP

Mo Farah beim Halbmarathon in London


Die Bundespolizei hat Rassismusvorwürfe des britischen Leichtathleten und viermaligen Olympiasiegers Mo Farah nach einer Kontrolle am Münchner Flughafen zurückgewiesen. Farah sei mit der Fluggastkontrolle nicht einverstanden gewesen und habe Vorschriften missachtet, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Der Langstreckenläufer hatte ein Video auf Instagram gepostet, auf dem zu sehen ist, wie der gebürtige Somalier von einem Polizisten aus dem Sicherheitsbereich geführt wird. In dem Clip nennt er das Verhalten des Beamten "reine Schikane".

Der Polizeisprecher erklärte, es sei zu einer "lauten Auseinandersetzung" zwischen einem Mitarbeiter des privaten Sicherheitsdienstes und Farah gekommen.

Daraufhin sei der Bundespolizist hinzugerufen worden. Farah habe sich aber nicht beruhigen lassen und sich geweigert, den Bereich zu verlassen. Stattdessen habe er verbotenerweise angefangen zu filmen.

Der Polizist habe ihm dies untersagt und Farah wiederholt aufgefordert, zu seinem Gate zu gehen. Weil der Leichtathlet dem jedoch nicht nachgekommen sei, habe der Polizist Farah "mit sanftem Druck" aus dem Bereich geschoben.

Farah gewann 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro jeweils Olympiagold über 5000 und 10.000 Meter. Die britische Königin hatte ihn Ende 2017 in den Adelsstand erhoben.

mfu/dpa



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gruenewiese 07.03.2018
1. Gut möglich
Ich kann mir das gut vorstellen. Mehrere Freunde haben mir von schlechten Erfahrungen am Münchner Flughafen erzählt und ich habe auch schon selbst schlechte Erfahrungen mit dem Personal dort gemacht (meine Kinder sind braun).
garfield53 07.03.2018
2. mmm
Eine wachsende Zahl von Polizisten, auch Bundespolizisten neigen zu rechtspopulistischen Einstellungen und haben rassistische und rechte Grundeinstellungen, da ja auch von Ihnen Wähler der AfD sind, genauso wie Staatsanwälte und Richter, was man spätestens bei Auseinandersetzungen auf den Straßen, bei Veranstaltungen und bei Demos aus den linken und alternativen Bereich und bei Antikriegs-und Friedensdemos iund vor Gerichten und bei Ermittlungsmaßnahmen wieder erleben kann. Rechte Chaoten und ihre Freunde aus der gewaltbereiten Ultra-Szene haben bei Straftaten oder Gewaltexzessen wenig bis gar nichts zu befürchten, außer die auf dem rechten Auge erblindeten Staatsanwaltschaften kommen aus öffentlichen Druck nicht umhin, meist zöglich, Ermittlungen aufzugreifen, oder wenn Opfer zu beklagen sind. Da ist doch der tägliche "Frustabbau" durch dumme oder rassistische und rechte Sprüche der Beamten für uns Eingeborene noch harmlos. Nur für Ausländer mag es zunehmend befremdlich sein und wenn die Betroffenen nicht reagiert hätten, wäre es untergegangen, wie der alltägliche Fremdenhass und latente Rechtspopulismus, bei dem die Akteure in den sozialen Netzwerken nicht mal mehr ihre Identität verbergen, weil sie sich von der "schweigenden" Mehrheit, bestätigt sehen. Anders ist der offene rassistische, fremdenfeindliche und rechte Hass mit Absender unwidersprochen, in den sozialen Netzwerken. auch nicht zu erklären. Auch wenn Biedermann/ frau empört widersprechen werden, wir haben in Deutschland ein gewaltiges Problem mit Fremdenhass und Faschismus, trotz behördlicher, regierungsamtlicher und medialer Verharmlosungsorgien.
tjinsz 07.03.2018
3. Er hat Glück gehabt,...
dass er nicht zur Ausländerbehörde in die Poccistrasse musste. Dort geht es oftmals so ähnlich zu...
Msc 07.03.2018
4.
Ja, das ist eindeutig Rassismus. Der Sportler hat seine Hautfarbe zum Anlass genommen eine Sonderbehandlung einzufordern anstatt den Anweisungen der Polizei zu folgen.
GünterLichtner 07.03.2018
5.
"Die britische Königin hatte ihn Ende 2017 in den Adelsstand erhoben." Dann ist doch klar, daß er erwartet, wie ein Adeliger behandelt zu werden. Dabei spielt auch seine Herkunft vermutlich eine Rolle. In verschiedenen Ländern genießen Adelige auch heute noch Sonderrechte. Deren Mißachtung hat allerdings nichts mit Rassismus zu tun. Dieses Argument hat er wohl nur gebraucht, weil er sich davon zurecht die stärkste Wirkung versprach.
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