Nach Besuch in Zürich: TV-Star Oprah erhebt Rassismus-Vorwürfe

Oprah Winfrey sieht sich als Opfer eines rassistischen Vorfalls in der Schweiz: In einer Zürcher Boutique sei sie nicht bedient worden, berichtete die US-Talkmasterin in zwei Interviews. Die Verkäuferin habe sich geweigert, ihr eine teure Handtasche zu zeigen.

New York/Zürich - US-Talkmasterin Oprah Winfrey ist nach eigenen Angaben in der Schweiz Opfer eines rassistischen Vorfalls geworden. Wie die 59-Jährige in zwei Interviews schilderte, wurde sie in einem edlen Handtaschengeschäft in Zürich nicht bedient. Den Namen des Ladens ließ Winfrey ungenannt.

Sie habe sich dort eine Tasche näher ansehen wollen, doch die Verkäuferin habe sich geweigert, diese aus dem Regal zu holen. Die Begründung: Dieses Stück könne sie sich nicht leisten, es sei zu teuer. Stattdessen habe man ihr kleinere, günstigere Taschen gezeigt.

Winfreys Vermögen wird auf umgerechnet mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt. Den Vorfall schilderte die Fernsehmoderatorin in einem Interview mit "Entertainment Tonight" und in der Talkshow von Moderator Larry King. Sie habe zweimal nachgefragt, die gewünschte Tasche aber nicht bekommen. Daraufhin habe sie den Laden verlassen, ohne zu protestieren.

Boutique-Besitzerin spricht von "Missverständnis"

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Oprah in Zürich: "Überlegte mir, den Laden leerzukaufen"
"Einen Moment lang überlegte ich mir, den Laden leerzukaufen. Doch dann hätte die Verkäuferin bloß Provisionen kassiert", sagte Winfrey. Diese Erfahrung zeige, dass Rassismus weiter ein Problem sei.

Nach Angaben des Schweizer Boulevardmediums "Blick" entschuldigte sich die Besitzerin der Boutique und sprach von einem "Missverständnis". Die teure Tasche, die 35.000 Franken gekostet habe, sei im Schaufenster hinter einer Sicherheitswand gewesen. Deshalb habe die Verkäuferin Oprah "in die erste Etage eingeladen, um ihr ähnliche Taschen zu zeigen". Winfrey sei daran aber nicht interessiert gewesen.

Die Besitzerin der Boutique sieht demnach keine Schuld bei der Verkäuferin. Oprah habe "etwas in den falschen Hals bekommen", sagte sie. "Ich kann der Mitarbeiterin nichts vorwerfen. Ich sehe keinen Grund, sie zu entlassen."

Eine Sprecherin des Schweizer Tourismusverbands entschuldigte sich inzwischen bei der US-Amerikanerin. "Es tut uns sehr leid, was ihr passiert ist", sagte Daniela Bär der Nachrichtenagentur AP. In einer Stellungnahme bei Twitter schrieb der Verband, man schäume vor Wut über das Verhalten der Verkäuferin. "Diese Person hat schrecklich falsch gehandelt", hieß es dort.

In der Schweiz hatte sich Winfrey anlässlich der Hochzeit Tina Turners aufgehalten. Für die Alpenrepublik ist der Vorfall ein erneutes PR-Fiasko: Erst kürzlich waren Pläne publik geworden, nach denen Asylbewerber aus Schweizer Freibädern und von anderen öffentlichen Orten ferngehalten werden sollen.

rls/dpa

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