Designer Oscar de la Renta Umgeben von Amateuren

Gwen Stefani kreiert Kleidung, Kim Kardashian Parfum und Ivanka Trump Schmuck - Promis designen, was das Zeug hält. Das wiederum missfällt einer echten Größe der Modebranche: Oscar de la Renta spricht den Möchtegern-Designern entscheidende Fähigkeiten ab.

REUTERS

New York - Jessica Simpson tut es. Gwen Stefani auch, ebenso wie Jennifer Lopez und die Olsen-Zwillinge. Kate Moss, Nicole Ritchie, die Kardashian-Schwestern - sie alle sind berühmt und wollen Ruhm und Reichtum mehren, indem sie sich in als Designer versuchen. Egal ob Schmuck, Düfte oder Kleidung: Promis kreieren, was sich verkaufen lässt.

Das passt Oscar de la Renta überhaupt nicht. Der Modeschöpfer hat sich nun über Promis ausgelassen, die in die Fashion-Welt drängen. "Heute kannst du gut Tennis spielen und bist ein Modedesigner", sagte er in einem Interview - möglicherweise eine Anspielung auf Sportstars wie Serena Williams oder Maria Scharapowa, die eigene Modelinien haben. "Heute kannst du ein Filmstar sein, und wenn dein letzter Streifen ein Flop war, wirst du Modedesigner. Aber das ist ein Handwerk, das man lernt. Es ist das Handwerk der Leidenschaft."

Die Kritik an den Promi-Konkurrenten äußerte de la Renta auf einer Veranstaltung des "Fashion Institute of Technology" im New Yorker Lincoln Center, bei der er mit dem "Couture Council Award for Artistry" ausgezeichnet wurde. Zu den Gratulanten gehörten unter anderem New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, Journalistin Barbara Walters, Designerin Diane von Furstenberg und Anna Wintour, Chefredakteurin der US-"Vogue". Auch Sarah Jessica Parker war dabei - ob sie sich von de la Rentas Kritik angesprochen fühlte, ist nicht bekannt. Die Schauspielerin ist pikanterweise selbst an einem Modeunternehmen beteiligt.

De la Renta hatte keine Muße, die Auszeichnung ausgiebig zu feiern. Er arbeite an seiner neuen Modelinie und befinde sich derzeit in der "Panikphase", sagte er. "Ich habe keine Ahnung, wie die Kollektion aussehen wird. Ich werde es erst wissen, wenn die Mädchen über den Laufsteg gehen."

De la Renta gilt als einer der bedeutendsten Modeschöpfer überhaupt. Erst vergangene Woche sahen Millionen Menschen eine seiner Kreationen. Ann Romney, die Frau des republikanischen Bewerbers für das US-Präsidentenamt, trug beim Parteitag in Tampa bei ihrer Rede ein Kleid des 80-Jährigen.

ulz/AP

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