Oscar-Auftritt von Lady Gaga Kesha sagt "Danke"

Bei den Oscars berührte Sängerin Lady Gaga das Publikum mit einem Song gegen sexuelle Gewalt. Rapperin Kesha, die sich als prominentes Opfer sieht, meldete sich prompt via Twitter.

DPA

Auf die Bühne kam sie dann doch nicht, vielleicht auch weil es eine Spur zu dramatisch geworden wäre. Popsängerin und Rapperin Kesha, seit 2014 im beruflichen Wartestand, war als Überraschungsgast gehandelt worden bei den Oscars, an der Seite von Popstar Lady Gaga, die mit ihrem Song "Til it happens to you" einen emotionalen Auftritt hinlegte.

Lady Gaga widmete ihren Song allen Opfern sexueller Gewalt, mehrere von ihnen kamen am Schluss des Auftritts auf die Bühne. Zuvor hatte Vizepräsident Joe Biden seine Kampagne gegen sexuelle Gewalt vorgestellt. Und Kesha, das möglicherweise prominenteste Opfer zurzeit, reagierte immerhin prompt aus dem Twitter-Off.

"Danke Lady Gaga und Joe Biden, dafür dass ihr die Aufmerksamkeit für sexuelle Gewalt zu den Oscars gebracht habt", schrieb Kesha. "Es hat mich - aus offensichtlichen Gründen - sehr am Herzen berührt."

Die "offensichtlichen Gründe" bewegen die US-Promiwelt zurzeit wie kaum ein zweites Thema. Kesha behauptet, ihr Produzent Lukasz Gottwald habe sie missbraucht. Sie will aus ihrem Vertrag aussteigen, doch das darf sie nicht. Weil Kesha sich weigert, mit ihrem vorgeblichen Peiniger weiterzuarbeiten, kann sie zurzeit keine neuen Songs herausbringen.

Dutzende Top-Stars, auch Lady Gaga, haben sich in den vergangenen Tagen hinter Kesha gestellt, als ein New Yorker Gericht ihren Antrag auf einstweilige Verfügung abschmetterte. Gottwald ("Dr. Luke") weist die Vorwürfe zurück. Er schrieb jüngst bei Twitter, er habe Kesha nie vergewaltigt.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 48 Beiträge
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Seite 1
shofmann85 29.02.2016
1. Unschuldsvermutung?
Ein Auftritt gegen sexuelle Gewalt ist eine gute Idee - sich ohne Beweise in der Öffentlichkeit als Vergewaltigungsopfer darzustellen ist dagegen schon grenzwertig.
gutes_essen 29.02.2016
2.
Zitat von shofmann85Ein Auftritt gegen sexuelle Gewalt ist eine gute Idee - sich ohne Beweise in der Öffentlichkeit als Vergewaltigungsopfer darzustellen ist dagegen schon grenzwertig.
Ihrer Logik nach müssten dann schätzungsweise 70% aller Vergewaltigungsopfer also schweigen?
kaisergarten 29.02.2016
3. Unschuldsvermutung Teil 2
Zitat von gutes_essenIhrer Logik nach müssten dann schätzungsweise 70% aller Vergewaltigungsopfer also schweigen?
Schweigen muss niemand. Anzeigen - sofort und dann den Rechtsstaat machen lassen. Wir können auch zur Lynchjustiz übergehen - erst hängen, dann Fragen stellen. Ist das Ihre Logik?
Thagdal 29.02.2016
4.
Zitat von gutes_essenIhrer Logik nach müssten dann schätzungsweise 70% aller Vergewaltigungsopfer also schweigen?
In der Öffentlichkeit mit Sicherheit. Das grenzt dann nämlich an Rufschädigung. Siehe den Fall Kachelmann.
Leser161 29.02.2016
5.
Zitat von gutes_essenIhrer Logik nach müssten dann schätzungsweise 70% aller Vergewaltigungsopfer also schweigen?
Das ist ein Grundproblem bei Vergewaltigungen. Es wird aber nicht besser, wenn Sie die Unschuldsvermutung aushebeln. Sie verschieben damit nur das Problem.
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