Pamela Anderson über Julian Assange "Ich kann diesen Mann nicht vergessen"

Pamela Anderson setzt sich enthusiastisch für Julian Assange ein. Nun hat der Hollywoodstar einen Liebesbrief über den WikiLeaks-Gründer verfasst: Dessen Widerstand gegen den Staat sei sexy.

AFP

Bereits in den Neunzigerjahren verkörperte Baywatch-Schauspielerin Pamela Anderson als sexy Rettungsschwimmerin für viele das Gute. Und die heute 49-Jährige war - etwa als Aktivistin für die Tierrechtsorganisation Peta - immer irgendwie auch rebellisch. 2006 folgte eine wilde Kurzehe mit Musiker Kid Rock, der als libertärer Anhänger der US-Republikaner gilt. Und bis heute scheint Anderson Männer zu mögen, denen eine gewisse Distanz zur etablierten Politik wichtig ist.

Namentlich gilt dies für Julian Assange.

"Warum mein Herz zu Julian steht", beginnt ein Liebesbrief von Pamela Anderson, den die Schauspielerin auf ihrer Homepage veröffentlicht hat. Über den WikiLeaks-Gründer, dessen Organisation mit der Veröffentlichung geheimer US-Kriegsdokumente die amerikanische Obrigkeit in Bedrängnis brachte, schreibt sie: "Er legte sich mit dem Leviathan an und gewann. Das macht ihn sexy."

"Egal wo ich bin, ich kann diesen Mann nicht vergessen, der in der ecuadorianischen Botschaft isoliert ist."

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Anderson und Assange: Freiheitsliebe

Assange habe so viel riskiert, den Unterdrückten und Armen eine Stimme gegeben - und dafür so wenig Dankbarkeit bekommen. Assange, gegen den die schwedischen Ermittlungen wegen Vergewaltigungsvorwürfen eingestellt wurden, hält sich weiter in der Londoner Botschaft des mittelamerikanischen Landes versteckt - aus Angst vor US-Strafverfolgung wegen Geheimnisverrats.

Pünktlich zum fünften Jahrestag von Assanges Flucht appellierte Anderson daher unter anderem an die britische Regierungschefin Theresa May und Labour-Führer Jeremy Corbyn sowie an den französischen Präsidenten Emanuel Macron und dessen Frau. Mit ihnen will Anderson die Lage von Assange diskutieren.

Assange wiederum verschob einen Auftritt wegen eines angeblich bevorstehenden Treffens mit britischen Behörden. Man wolle die Unterredung nicht gefährden, sagte Assanges Anwältin Melinda Taylor der britischen Nachrichtenagentur PA.

"Julian sollte sicheres Geleit und eine Entschädigung erhalten", forderte nun aber Hollywood-Star Anderson. Sie hatte den 45-jährigen Netzaktivisten auch bereits mehrmals in der Botschaft besucht. Ihren Brief beendet Anderson mit einem Gedicht mit dem Titel "Unbezwungen" - und dem Aufruf, die Welt zu verändern.

Sie schließt mit den Worten: "Ich liebe Dich."

apr

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