Auftritt in Cannes Pamela Anderson spricht über ihre Vergewaltigungen

Pamela Anderson wollte in Cannes ihre Wohltätigkeitsorganisation für Menschen, Tiere und Umwelt feiern. Dabei überraschte sie die Gäste mit einer schockierenden Erzählung.

Ex-Baywatch-Star Anderson (l.): "Schon als Kind belästigt"
Getty Images

Ex-Baywatch-Star Anderson (l.): "Schon als Kind belästigt"


Cannes - Die Sexbombe. Das Busenwunder. Die Ex-"Baywatch"-Nixe. Es sind die typischen Attribute, mit denen Pamela Anderson gern versehen wird. In den Neunzigerjahren galt sie dank ihrer blonden Mähne, der enormen Oberweite und ihren TV-Auftritten im hochgeschnittenen, roten Badeanzug in der Tat vor allem als: Männertraum.

Umgekehrt war das Verhältnis offenbar sehr viel komplexer. "Ich habe Menschen sehr lange nicht getraut", sagte Anderson am Wochenende in einer Rede in Cannes, aus der unter anderem der "Guardian" zitiert. "Meine Eltern haben zwar versucht, mich zu beschützen. Aber die Welt war für mich kein sicherer Ort." Schon als Kind sei sie von einer Bekannten der Familie sexuell belästigt worden, sagte Anderson.

Später, als Zwölfjährige, sei sie dann von einem 25-Jährigen vergewaltigt worden - "mein erstes sexuelles Erlebnis", sagte Anderson laut "Daily Mail" vor 200 Gästen. In der Schule habe ihr Freund dann beschlossen "dass es lustig wäre, mich mit sechs seiner Freunde zu vergewaltigen. Ich wollte nicht mehr auf dieser Erde sein."

Die 46-Jährige war in Cannes, um parallel zu den Filmfestspielen den Start ihrer neuen Organisation zu feiern, der "Pamela Anderson Foundation", einem Wohltätigkeitsverein für "den Schutz von Menschen, Tieren und der Umwelt". Vor rund zehn Jahren hatte sie in einem Interview schon einmal von einer Vergewaltigung in ihrer Jugend gesprochen. Aber erst jetzt, so Anderson in Cannes, sei der richtige Moment gekommen, um einige ihrer "schmerzhaftesten Erinnerungen" zu teilen: "Auf die Gefahr hin, mich selbst - schon wieder - zu sehr darzustellen oder mich - schon wieder - unangemessen zu verhalten, dachte ich: Ich erkläre euch, warum ich das mache."

Denn bei all den schmerzhaften Erlebnissen habe ihr die Liebe zu Tieren sehr geholfen. "Meine Loyalität lag bei dem Königreich der Tiere und ich habe geschworen, sie - und nur sie - zu beschützen." Wenn sie mit den Füßen im Meer stand, habe sie zu Walen gebetet, sagte Anderson, "meine einzigen wahren Freunde, bis ich Kinder hatte".

Anderson setzt sich seit Jahren für den Tier- und Umweltschutz ein. Ihr Inzwischen-wieder-Ehemann Rick Salomon und ihr Sohn waren in Cannes an ihrer Seite. Und auch Vivienne Westwood reiste nach Cannes. Die britische Designerin sammelte dort Spenden für den guten Zweck. "Ich hatte keine Ahnung, was sie durchmachen musste", sagte Westwood laut "Guardian" nach der Rede von Anderson.

aar

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