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Rede zur Lage der Welt: Papst sieht Abtreibungen als Teil von "Wegwerfkultur"

Papst Franziskus: Reaktion auf konservative Stimmen Zur Großansicht
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Papst Franziskus: Reaktion auf konservative Stimmen

Papst Franziskus hat sich mit scharfen Worten zum Thema Abtreibung geäußert: Es sei schrecklich, dass es Kinder gebe, die niemals das Licht der Welt erblicken. Diese Praxis dokumentiere die heutige "Wegwerfkultur".

Rom - Papst Franziskus hat Abtreibungen scharf kritisiert. In seiner jährlichen Rede zur Lage der Welt sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor dem Diplomatenkorps des Vatikans, die Praxis sei ein Beweis der heutigen "Wegwerfkultur", bei der Menschen ebenso verschwendet werden wie Lebensmittel.

Damit reagiert der Papst auf konservative Stimmen, die seine klare Positionierung zu dem Thema gefordert hatten. Franziskus sagte nun, es sei furchtbar, allein daran zu denken, "dass es Kinder gibt, Opfer von Abtreibungen, die niemals das Licht der Welt sehen werden".

Seine Vorgänger Papst Benedikt XVI. und Papst Johannes Paul II. hatten sich vehement gegen Abtreibungen ausgesprochen.

Franziskus widmete sich schon in seinem apostolischen Schreiben "Evangelii Gaudium" dem Thema. In dem im November veröffentlichten Dokument stellte er klar, man dürfe nicht erwarten, "dass die Kirche ihre Position zu dieser Frage ändert". Es sei nicht fortschrittlich, "sich einzubilden, die Probleme zu lösen, indem man ein menschliches Leben vernichtet".

Ungeborene Kinder seien "die Schutzlosesten und Unschuldigsten von allen, denen man heute die Menschenwürde absprechen will". Es sei falsch, die Position der Kirche als ideologisch, rückschrittlich oder konservativ abzutun. Die Verteidigung des ungeborenen Lebens sei vielmehr eng mit der Verteidigung jedes beliebigen Menschenrechts verbunden: "Sie setzt die Überzeugung voraus, dass ein menschliches Wesen immer etwas Heiliges und Unantastbares ist, in jeder Situation und jeder Phase seiner Entwicklung."

Franziskus hatte aber in seinem Schreiben auch eingeräumt, die Kirche habe wenig dafür getan, Frauen zu begleiten, "besonders, wenn das Leben, das in ihnen wächst, als Folge einer Gewalt oder im Kontext extremer Armut entstanden ist".

In einem bahnbrechenden Interview mit dem italienischen Jesuitenmagazin "La Civiltà Cattolica" hatte er zudem gesagt, die katholische Kirche müsse ihre "Besessenheit" bei Themen wie Abtreibung, Empfängnisverhütung und Homosexualität ablegen.

In seiner Rede vor dem Diplomatenkorps am Montag rief Franziskus die Glaubensgemeinschaft außerdem auf, mehr Respekt gegenüber Migranten zu zeigen. Gleichzeitig verurteilte er die Verfolgung von Christen in Asien, Afrika und dem Nahen Osten.

gam/AP/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 157 Beiträge
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1.
chupamela 13.01.2014
Zitat von sysopDPAErstmals seit seinem Amtsantritt hat Papst Franziskus sich zum Thema Abtreibung geäußert. Es sei schrecklich, dass es Kinder gebe, die niemals das Licht der Welt erblicken. Diese Praxis dokumentiere die heutige "Wegwerfkultur". Papst Franziskus kommentiert Abtreibungen als "schrecklich" - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/leute/papst-franziskus-kommentiert-abtreibungen-als-schrecklich-a-943245.html)
Ich find´s viel schlimmer, dass alle 10 Sekunden ein Kind auf dieser Welt verhungern muss.
2. Wo er recht hat, hat er recht.
Mark Mallokent 13.01.2014
Ein sehr treffender Vergleich. Er wird vielen Deutschen nicht gefallen, aber wahr bleibt er trotzdem.
3. Recht hat er
Corbinian 13.01.2014
Das in unserer Gesellschaft ungeborenes menschliches Leben auf eine Stufe mit Sondermüll gestellt wird, finde ich auch entsetzlich. Aber ungeborenes Leben hat in unserem Land auch keine Lobby, im Gegensatz zu den Frauen. Vorallem in Deutschland wird das Thema Abtreibung auch ziemlich heuchlerisch diskutiert: Hier wird die Abtreibung als selbstbestimmung der Frau verteidigt, und wenn in im Ausland weibliche Embryos abgetrieben werden, wird die Abtreibung angefeindet. Wie sich das ungeborene Leben bei einer Abtreibung fühlt spielt bei der Diskussion auch keine Rolle.
4. immerhin...
mrhiggins 13.01.2014
... ich muss dazusagen dass ich Atheist bin und gerade der katholischen Kirche sehr kritisch bin. Ich finde es gut dass er nicht ein Argument bringt wie "in der Bibel steht du darfst das nicht" sondern die Gründe die dazu führen kritisiert. Das regt mehr zum Denken an (und genau das tun viele streng religiöse egal welcher Glaubensrichtung oft zu wenig) und lässt jedem Spielraum (Beispiele: Abtreibung nach Vergewaltigung).
5. ...
Newspeak 13.01.2014
Kondome erlauben und die sexuelle Bildung von Menschen fördern, dann gibt es das Problem in diesem Umfang gar nicht erst.
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