BBC-Doku Papst Johannes Paul II. soll enge Verbindung zu Frau gehabt haben

Über Jahrzehnte soll Papst Johannes Paul II. in engem Kontakt mit einer verheirateten Frau gestanden haben. Das berichtet die BBC. Es soll gemeinsame Skiferien und Campingausflüge gegeben haben.

Johannes Paul II. (1982): Keine Hinweise auf Bruch des Zölibats
Getty Images

Johannes Paul II. (1982): Keine Hinweise auf Bruch des Zölibats


Papst Johannes Paul II. soll laut einem Bericht der BBC über viele Jahre eine enge Verbindung zu einer verheirateten Frau gehabt haben. Demnach war die Beziehung mit der Philosophin Anna-Teresa Tymieniecka rein platonisch; es gebe keinerlei Hinweis darauf, dass der spätere Papst das Zölibat gebrochen habe. Die BBC-Doku, die im deutschsprachigen Fernsehen am Dienstagabend auf Arte ausgestrahlt wird, stützt sich auf Hunderte Briefe und Fotos, die die jahrzehntelange Beziehung dokumentieren.

Der spätere Papst und Tymieniecka lernten sich demnach 1973 kennen; die Frau hatte sich nach einem Buch erkundigt, das er geschrieben hatte. In den folgenden Jahren hätten sich die Frau und der damalige Erzbischof von Krakau öfter getroffen und häufig Briefe geschrieben. Es soll gemeinsame Spaziergänge, Skiferien und Campingausflüge gegeben haben. Ein Foto zeigt die beiden vor einem Zelt stehen, der spätere Papst in kurzer Hose und T-Shirt.

Die Briefe an Tymieniecka wurden laut BBC für Jahre in der Nationalbibliothek Polens vor der Öffentlichkeit zurückgehalten. Das Bild des entspannten Karol Wojtyla passt nur schwer zur öffentlichen Wahrnehmung als konservativer Papst Johannes Paul II. In einem Brief bezeichnete er Tymieniecka demnach als "Geschenk Gottes". Laut BBC geht aus dem Schriftwechsel hervor, dass die Frau "intensive Gefühle" für den Kirchenmann hegte.

Die Nationalbibliothek widerspricht. Demnach handelt es sich um eine von mehreren Freundschaften, die der Papst gehabt habe. Bekannt ist, dass Johannes Paul II. mehrere weibliche Bekannte hatte, zu denen er teilweise ebenfalls über Jahrzehnte Briefkontakt hielt.

Papst Johannes Paul II. starb 2005. Sein Nachfolger wurde Benedikt XVI. Nach dessen Rücktritt übernahm Franziskus das Amt.

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ulz

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 115 Beiträge
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Seite 1
upalatus 15.02.2016
1.
Rückt endlich ab von dem mittelalterlichen zölibatären Gehabe! Es ist schlicht nicht normal euer Modell.
schgucke 15.02.2016
2. Ermessensspielraum
Zölibat gilt, wie jedes Gesetz, deren Einhaltung von Menschen kontrolliert wird, vor allem für die anderen. ich muss mal nachlesen, was der selige Christopher Hitchens zu dieser speziell katholischen BDSM-Spielregel gesagt hat.
ex rostocker 15.02.2016
3. Das macht den Papst noch menschlicher!
Was hier als skandalös gefärbt wird, macht diesen großen Papst noch bedeutender, als Mensch, als Politiker, als Hirten und als Leitbild der katholischen Welt.
ivalein 15.02.2016
4. Liebe
Alle Geistlichen sind auch nur Menschen mit Bedürfnissen. Dieser Mumpitz von Zölibat aus dem frühen Mittelalter hat der katholischen Kirche nur Ärger gebracht.
erzrotti 15.02.2016
5. Tritt man als Papst...
...aus dem Menschsein aus? Ich meine nicht! Der Bericht macht mir den Papst noch menschlicher, als er ohnehin schon ist. Zum Zölibat kann man stehen, wie man will... Das ist nun einmal die "Geschäftsgrundlage" der katholischen Kirche. Halten wir es doch mit Schillers "An die Freude": "....wem der große Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu sein...." Das hat Johannes Paul und darum sollen alle Lästermäuler sich mal prüfen, ob Ihnen das auch selbst gelungen sei?! Und wenn es nicht gelungen ist, dann "... stehle er sich weinend sich aus diesem Bund!..."!
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