Chanel-Schau in Paris Willkommen bei Lagerfelds Mode-Discount

Konservendosen, Plastikschüsseln, Marmeladengläser: Karl Lagerfeld hat bei der Fashion Week in Paris Models durch eine Supermarkt-Kulisse laufen lassen. Nebenbei erklärte der Designer, wie man teure Mode trägt, ohne dabei vulgär zu wirken.

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Paris - Regale mit Flaschen, Regale mit Konservendosen - und dazwischen Models: Bei der Fashion Week in Paris ließ Karl Lagerfeld das Ambiente für die Herbst- und Winterkollektion von Chanel auf Alltag trimmen. So wurde aus dem Grand Palais ein riesiger Supermarkt.

"Beim letzten Mal haben wir eine Kunstgalerie gemacht, was ein Supermarkt für die Reichen ist", sagte Lagerfeld. "Dieses Mal haben wir einen echten Supermarkt gemacht." Das Alltägliche solle sich im Luxus spiegeln. "Wenn Sie sehr teure Dinge tragen und dabei sagen: 'Schaut, wie teuer das ist', dann sind Sie vulgär. Alles muss getragen werden, als wäre es eine Jeans für 100 Euro - sonst ist es nicht elegant."

Zum Supermarkt-Nachbau konnte Lagerfeld selbst indes nicht viel beitragen. Er gehe nicht in Supermärkte, räumte der Modeschöpfer ein. "Ich habe viele Kollektionen, also gehen andere für mich hin."

In Karls wunderbarer Einkaufswelt gab es zum Beispiel eine Bauabteilung, die Chanel-Fußmatten und -Staubwedel anbot, Gemüsestände, Kekse, Bonbons, Kaffee und Coco-Cookies - eine nur mittelmäßig subtile Anspielung auf Coco Chanel. Die Musik wurde immer wieder durch Supermarktdurchsagen unterbrochen: "Die kleine Marine möchte an der Kasse abgeholt werden."

Die Models trugen Taschen, die Einkaufskörben glichen. Manche waren auch mit einem normalerweise wenig glamourösen Utensil unterwegs: dem Einkaufsroller, gerne auch als "Hackenporsche" tituliert.

Am Ende holte der Konsumwahn die Macher der Schau ein - allerdings wohl ungeplant: Journalisten, Blogger, Einkäufer und auch ein paar der Promi-Gäste verließen ihre Plätze, um die Regale leerzuräumen. Meist vergeblich, da die Ordner die ergatterten Teile wieder einsammelten.

ulz/AFP/dpa

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