Rückfall von Paul Gascoigne "Er hat wieder den Selbstzerstörungsknopf gedrückt"

Das Alkoholdrama um Paul Gascoigne geht weiter: Der einstige Fußballstar ist nach einer Entziehungskur offensichtlich rückfällig geworden - und betrunken vor einem Hotel kollabiert. Freunde befürchten, er könnte sich davon nie wieder erholen.

AP

London - Paul Gascoigne schien auf einem guten Weg. Der frühere englische Fußballstar vermittelte nach seinem Alkoholentzug den Eindruck, seine Lektion gelernt zu haben. "Ich dachte, ich sei dabei, mich zu verabschieden. Ich sah wie eine Leiche aus. Ich war ein totales Wrack. Das muss eine Inspiration sein, dass mir das nie wieder passiert", sagte er im März.

Keine vier Monate später ist klar: Paul Gascoigne hat es nicht geschafft. Der 46-Jährige ist betrunken vor einem Hotel in London kollabiert. Gascoigne soll lauthals nach seiner Ex-Frau gerufen und um Alkoholnachschub gebettelt haben. Er wurde mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht. Kollegen und Freunde sorgen sich immer mehr um den früheren Nationalspieler, der nach seinem Entzug offensichtlich wieder rückfällig geworden ist.

Das Boulevardblatt "Sun", das schockierende Fotos von dem am Boden liegenden "Gazza" veröffentlichte, zitierte einen angeblichen Freund des früheren Nationalspielers mit den Worten: "Er hat wieder den Selbstzerstörungsknopf gedrückt. Er ist dabei, sich totzutrinken."

Namentlich zitieren ließ sich der frühere englische Cricket-Star Ronnie Irani, der Gascoigne vor Monaten in eine Entzugsklinik im US-Bundesstaat Arizona gebracht hatte. "Es gibt täglich Fälle von Menschen, die an ihrer Alkoholsucht sterben. Hoffen wir, dass es bei ihm nicht so sein wird", sagte Irani. "Er hat einen schlimmen Rückfall gehabt. Ich hoffe, er wird es noch einmal schaffen und dagegen ankämpfen. Die entscheidende Frage ist, ob sein Körper noch in der Lage dazu ist."

Erst am vergangenen Freitag soll der einst geniale Fußballer in Stevenage im Norden Londons offensichtlich alkoholisiert auf einem Bahnsteig randaliert haben. Dabei soll er seine Ex-Frau und einen Polizisten angegangen haben und vorübergehend festgenommen worden sein.

"Gazza" hatte sich in den vergangenen Jahren mehreren Entziehungskuren unterzogen, war jedoch immer wieder durch Alkoholexzesse in die Schlagzeilen geraten. Nach seinem letzten Rückfall im Februar dieses Jahres schwebte er in Lebensgefahr und ließ sich in einer Klinik in Arizona behandeln.

wit/sid



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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
ppl83 10.07.2013
1. liebes pornorama. hört mit der berichterstattung
über die krankheit des mannes auf. das ist widerlich und bedient billigste voyeuristische triebe. wenn ich mich am leid anderer ergötzen will, geh ich nach bild oder welt.
bonner52 10.07.2013
2. c'mon
c'mon Paul, you can make it.
goldfinger-2 10.07.2013
3. Voyeurismus?
Sicher, auch, aber nicht ausschließlich, der Bericht ist allerdings auch sachlich. Die Tragödie von Paul Gascoine nur unter dem voyeuristischen Aspekt zu sehen und daher die nicht Berichterstattung zu fordern, halte ich für nicht angemessen. Zumal die Bemühungen seines Umfeldes und die Entwicklung angerissen werden. Wer sich mit der Krankheit (seit 1968) Alkoholismus beschäftigt, wird sehen, wie exemplarisch P.G. für diese Krankheit steht, diese macht vor keiner Tür, keinem Stand halt. Ich empfehle mal C.G.Jung, Spiritus contra spiritum. Oder online das Blaue Buch der AA, mit den Lebensgeschichten. Ein wenig Offenheit und Fähigkeit zur ehrlichen, eigenen Bestandsaufnahme können nicht schaden. Ich denke keinem. In diesem Sinne, gute 24 Stunden!
Icke. 10.07.2013
4.
Zitat von ppl83über die krankheit des mannes auf. das ist widerlich und bedient billigste voyeuristische triebe. wenn ich mich am leid anderer ergötzen will, geh ich nach bild oder welt.
....nee, Gala ist besser, in trauter Verbundenheit mit Jenny Elvers.
basiliusvonstreithofen 10.07.2013
5. Ein Alkoholiker halt
Alkoholiker machen das, an was sie Spaß haben, auf eigene Kosten, auf eigenen Willen: Saufen. Sie schädigen sich selbst und niemand anders, soweit sie nicht andere Familienangehörige haben. Keinesfalls schädigen sie die Öffentlichkeit. So what?
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