Schwimmer Philippe Croizon: Keine Arme, keine Beine, viel Willenskraft

Das Vorhaben klingt verrückt: Obwohl ihm Arme und Beine fehlen, will Philippe Croizon die Meere zwischen fünf Kontinenten durchschwimmen. Am Mittwoch bewältigte er die erste Etappe - und ärgerte sich darüber, dass er länger als erwartet brauchte.

Schwimmer Philippe Croizon: Ohne Gliedmaßen gegen den Strom Fotos
AFP

Immerhin wurde er nicht von Haien attackiert. Trotzdem fand Philippe Croizon den Weg durchs Wasser von Papua Neuguinea nach Indonesien "sehr, sehr hart". Das lag vor allem daran, dass der behinderte französische Ausdauerschwimmer auf den 20 Kilometern gegen starke Strömungen zu kämpfen hatte. Croizon kraulte deswegen eineinhalb Stunde länger als geplant - insgesamt brauchte er fast acht Stunden für die Strecke.

Trotzdem war er froh, dass er sein ehrgeiziges Vorhaben überhaupt endlich starten konnte: Eigentlich wollte er bereits am Montag losschwimmen, aber die Behörden von Papua Neuguinea hatten noch Einwände gehabt. Ob denn die nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen seien, wollten sie unter anderem wissen. Ein Schwimmer ohne Arme und Beine - das muss den Beamten wohl seltsam vorgekommen sein.

Prothese für Ehrgeizige

Croizon war vor 18 Jahren von einem 20.000-Volt-Stromschlag getroffen worden, als er versuchte, eine Fernsehantenne vom Dach zu entfernen und dabei zu nah an eine Hochspannungsleitung geriet.

Dass er sich trotz seiner Behinderung über Wasser halten kann, hat er aber bereits mehrfach bewiesen. Im September 2010 hatte er zum Beispiel als erster Mensch ohne Gliedmaßen den Ärmelkanal durchschwommen. An den Stümpfen seiner Beine trug er dabei Prothesen in Form von Flossen - eine Vorkehrung, die er auch bei seinem jüngsten Vorhaben nutzt.

Schwimmenderweise will der Franzose die fünf Kontinente verbinden. Mit von der Partie ist auch sein Freund und Schwimmkollege Arnaud Chassery. Auf dem Weg von Papua Neuguinea nach Indonesien wurden die beiden außerdem von einem Einheimischen namens Zet Tampa begleitet. Der Mann sei aus Solidarität mitgeschwommen, teilte Croizon auf Twitter mit.

Nächste Stationen bis August sind der Golf von Akaba zwischen Asien und Afrika, die Straße von Gibraltar zwischen Afrika und Europa sowie die Beringstraße zwischen Amerika und dem asiatischen Teil Russlands. Insgesamt will Croizon in den kommenden Monaten 85 Kilometer schwimmen und dafür rund 45 Stunden in den Weltmeeren unterwegs sein.

cst/afp

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