Pirelli-Kalender 2017 Natürlich

Nicole Kidman, Robin Wright, Helen Mirren: Diese Schauspielerinnen haben sich für den neuen Pirelli-Kalender von Peter Lindbergh fotografieren lassen. Sein Credo: Weg mit dem "Terror von Perfektion und Jugend", Falten willkommen.

© Pirelli Kalender 2017/ Peter Lindbergh

Hollywood-Schauspielerinnen haben den neuen Pirelli-Kalender übernommen. Uma Thurman, Helen Mirren, Kate Winslet, Nicole Kidman und Robin Wright sind nur die berühmtesten Frauen, die der deutsche Fotograf Peter Lindbergh für die neue Ausgabe des Kalenders abgelichtet hat.

Mit seinen Bildern wolle er dem "Terror von Perfektion und Jugend" trotzen, sagte der 72-jährige Fotograf, der bereits das dritte Mal für eine Ausgabe des Kalenders fotografiert. Aus Portraits von Prominenten sei in der Regel "alles Unvollkommene verschwunden", sagte er bei der Vorstellung des Kalenders 2017 in Paris. Die Folge: "Das lässt nur leere Gesichter übrig".

Seit mehr als 50 Jahren schon beglückt der Reifenhersteller Pirelli wenige Auserwählte mit seinem Werbegeschenk. Das Prinzip ist denkbar simpel: die besten Fotografen, die schönsten Frauen. Doch während in der Vergangenheit vor allem nackte und junge Haut gefragt war, hat sich der Kalender heute zum Kunstobjekt entwickelt. So lichtete Annie Leibovitz etwa für die Ausgabe 2016 Yoko Ono, 83, Patti Smith, 69, und Amy Schumer, 35, in starken Posen ab.

Ein Weg, den der in Frankreich lebende Fotograf Peter Lindbergh fortführt. Einige seiner Models lichtete er etwa in eine Decke gehüllt ab, Julianne Moore sitzt angezogen auf einem kleinen Hocker, Robin Wright auf einer Tischkante. Mit seinen Schwarz-Weiß-Bildern arbeitet er die Persönlichkeiten der Frauen heraus.

Bei der Vorstellung lobten Mirren, Thurman and Kidman die Arbeit des Fotografen. Er habe ihre Natürlichkeit und Weiblichkeit reflektiert, hieß es. "Wir sind an so spektakuläre Bilder gewöhnt", sagte Mirren. Die Motive des Kalenders signalisierten hingegen, dass man das Spektakuläre auch im Normalen finden könne.

"Sexy wird normalerweise mit Bikinis und High Heels übersetzt - das Gegenteil dessen, was ich für sexy halte", sagte Lindbergh.

apr/Reuters/dpa



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