Republikaner in Florida Rapper Pitbull, der Unruhestifter

Wie schafft man es, dass republikanische Parteifreunde in Florida sich bekriegen? Rapper Pitbull brauchte dazu nur einen Tweet. Und ist seither fein raus.

PitbullVEVO/ YouTube

Da hat Pitbull ja was Schönes angerichtet. Der Rapper hat es geschafft, dass sich Floridas Gouverneur Rick Scott und dessen republikanische Parteikollegen im Parlament des US-Bundesstaats eine öffentliche Schlammschlacht liefern.

Wie kam es dazu? Der Politiker Richard Corcoran wollte gerichtlich die Offenlegung eines Vertrags des Rappers mit Floridas Tourismusbehörde erzwingen. Ehe ein Gericht entscheiden konnte, postete der Rapper (bürgerlicher Name: Armando Christian Pérez) den Vertrag in seiner Dropbox selbst.

Daraus ging hervor, dass er unter anderem für Auftritte und das Musikvideo "Sexy Beaches" eine Million Dollar bekam. Floridas Strände und Hotels sollten als attraktiver Urlaubsort dargestellt werden.

So viel Geld für ein leicht anzügliches Filmchen und ein paar PR-Auftritte? Das allein gab schon viel Kritik. Doch inzwischen geht die Sache viel weiter: Der Fall Pitbull warf ein Schlaglicht auf Floridas Förderung bestimmter Industriezweige.

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Pitbull: Rapper löst Streit bei Republikanern in Florida aus

Besonders in den Fokus gerieten zwei Behörden: Visit Florida, zuständig für Tourismus. Und Enterprise Florida, zuständig für die Ansiedlung neuer Unternehmen oder die Erweiterung bestehender Standorte. Republikaner im Parlament haben nun ein Video veröffentlicht, in dem sie fordern, die Zahlungen einzustellen, Geldverschwendung und Korruption gleichermaßen zu beenden. Viele Millionen Dollar seien verplempert worden; geförderte Investoren hätten oft ihre Zusagen nicht eingehalten.

Der Deal mit Pitbull wird in dem Video (ab Minute 1:10) explizit als ein Beispiel für Verschwendung genannt. Gouverneur Scott sieht das ganz anders. Er sagt, die Tourismusbranche in Florida biete 1,4 Millionen Arbeitsplätze - da sei es doch abwegig, nicht zu unterstützen. Im vergangenen Jahr hätten 113 Millionen Menschen Florida besucht.

Und Pitbull? Dürfte froh sein, nicht mehr direkt in die Debatte verwickelt zu sein. Jüngst twitterte er zu weitaus unverfänglicheren Themen: dem Valentinstag und seiner neuen Platte.

ulz/AP

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