Prahlender Rapper Snoop Dogg und der Tom-Cruise-Vergleich

Er trägt gewiss keinen Heiligenschein, dennoch scheint Snoop Dogg auch eine fromme Seite (gehabt) zu haben: Als Kind sang er im Kirchenchor, erzählte der Rüpelrapper in einem Interview - und gab bei dieser Gelegenheit Tom Cruise einen großmäuligen Ratschlag mit.


Fotostrecke

5  Bilder
Snoop Dogg: Der "schüchterne" Rapper

Hamburg - Für seine Mutter marschierte der kleine Snoop - so der Kosename in Kindertagen, weil er die Comicserie "Peanuts" so sehr liebte - in den Kirchenchor. Er habe es aber nicht gemocht, wenn sie ihn dazu drängte, eine Hauptstimme zu singen. "Ich war schüchtern, der Soloauftritt setzte mich unter Druck", sagte der Rapper Snoop Dogg dem "Zeitmagazin".

Er habe früher nicht an sein Talent geglaubt. Mittlerweile habe er als Musiker und Schauspieler aber jedes seiner Ziele erreicht, sagte er und legte selbstbewusst nach: "Früher, als ich begann, Rollen in Filmen zu spielen, habe ich mal gesagt: Ich träume davon, der schwarze Tom Cruise zu werden. Heute, glaube ich, wäre es umgekehrt: Tom Cruise könnte davon träumen, ein weißer Snoop Dogg zu sein."

Der 38-Jährige sagte zudem, er träume von einer Schauspielrolle als Jazz-Legende Miles Davis (1926-1991). "Seine großartige Geschichte muss erzählt werden", sagte der Rapper. "Miles ist kein Held für mich, sondern eine Sehnsucht und Herausforderung. Miles kümmerte sich nicht darum, was die Leute oder die Kritiker über ihn dachten, er spielte einfach seine Musik und entwickelte sich weiter. Er ging seinen Weg."

Vom Kirchenchor auf die Anklagebank

Sein Interesse an dem berühmten Jazz-Trompeter habe Musikerproduzent Quincy Jones geweckt. Dieser habe seinen Rap mit dem Trompetenspiel von Miles Davis verglichen, sagte Snoop Dogg. "Da wurde ich neugierig und wollte alles über ihn herausfinden. Ich begann, seine Platten zu hören und alles über ihn zu lesen."

Snoop Dogg, der sich am Anfang seiner Karriere Snoop Doggy Dogg nannte, sorgte bisher eher für aufwühlende Schlagzeilen: Wenn er beispielsweise im April 2006 am Londoner Flughafen Heathrow festgenommen wurde, nachdem man den Rapper und seine 30-köpfige Entourage nicht in die First-Class-Lounge von British Airways gelassen hatte und diese daraufhin randaliert hatten.

Bei einer Kontrolle am Flughafen Burbank im selben Jahr entdeckten Sicherheitsbeamte in seinem Gepäck eine Waffe und Marihuana.

Im Jahr 1993 wurde Snoop Dogg im Zusammenhang mit der Erschießung von Phillip Woldermarian, einem Mitglied einer feindlichen Gang, verhaftet. Ihm wurde vorgeworfen, Woldermarian gemeinsam mit seinem Bodyguard McKinley Lee getötet zu haben. Vor Gericht sagte Snoop Dogg, er habe in Notwehr gehandelt. Er wurde, wie sein Bodyguard, nach einem drei Jahre andauernden Prozess freigesprochen. Das Gericht erkannte die Notwehrsituation an.

jjc/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.