Prinz Charles und Herzogin Camilla in Salisbury "Ich glaube, ihr Besuch ist sehr wichtig"

Einige Monate nach dem Anschlag auf Sergej Skripal und seine Tochter Julija haben Prinz Charles und Herzogin Camilla Salisbury besucht. Das Paar machte den Bewohnern Mut.

DPA

Ermittlungsarbeiten in der Innenstadt, geschlossene Läden und Restaurants, ausbleibende Touristen: Der Anschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julija hatte auch für die Geschäftsleute in Salisbury gravierende Folgen. Nun haben der britische Thronfolger Prinz Charles und seine Frau Herzogin Camilla die südenglische Stadt besucht.

Hier waren im März dieses Jahres der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julija mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden. Wegen der aufwendigen Ermittlungs- und Dekontaminationsarbeiten wurden Teile der Innenstadt über Wochen unbegehbar. Einzelhändler und Restaurants litten unter starken Einbußen, weil Touristen ausblieben.

"Wir brauchen Touristen, um zu überleben"

Charles und Camilla besuchten jetzt Geschäfte, schüttelten Hände von Schaulustigen und unterhielten sich mit Einsatzkräften, die an dem Fall beteiligt waren. "Ich glaube, ihr Besuch ist sehr wichtig, das stärkt die Moral und bringt die Leute hoffentlich zurück in die Stadt. Wir brauchen Touristen, um zu überleben", sagte Jessica Fulton, die in Salisbury lebt und arbeitet, der britischen Nachrichtenagentur PA.

Bei einem privaten Treffen sprach das königliche Paar auch mit dem Polizisten, der ebenfalls erkrankt war. Er kam mit dem Nervengift in Kontakt, als er Sergej und Julijaa Skripal helfen wollte.

Die britische Regierung ist überzeugt davon, dass der Kreml hinter dem Anschlag steckt. Der Fall hatte einen diplomatischen Schlagabtausch zwischen London und Moskau ausgelöst. Großbritannien, die USA und verbündete Staaten wiesen mehr als 140 russische Entsandte aus, auch Deutschland beteiligt sich. Der Kreml reagierte mit der Ausweisung ähnlich vieler Diplomaten.

Sergej und Julija Skripal wurden inzwischen beide aus dem Krankenhaus entlassen und halten sich an einem geheimen Ort in Großbritannien auf.

bbr/dpa/AP



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