Prinz Charles über Verhalten als König "So dumm bin ich nicht"

Prinz Charles ist bekannt dafür, gern seine Meinung zu allen möglichen Themen zu sagen. Als König würde er sich aber zurückhalten.

Thronfolger Nummer eins
AFP

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Die Queen hat seit Jahrzehnten die Kunst perfektioniert, sich in Zurückhaltung zu üben - was die Monarchin über politische oder soziale Fragen denkt, ist ein wohlgehütetes Geheimnis. Bei ihrem Sohn Charles, Nummer eins der Thronfolge, weiß die Öffentlichkeit deutlich besser Bescheid. Der Prinz hat sich in der Vergangenheit etwa deutlich zum Thema Klimawandel oder über ökologische Landwirtschaft geäußert.

Als König werde er das anders machen, sagte der Prinz nun in einem Interview mit der BBC, geführt anlässlich seines 70. Geburtstages kommende Woche. Ob er sein öffentliches Engagement in diesen Fragen fortführen werde? "Nein, werde ich nicht. So dumm bin ich nicht", sagte er. Die Annahme, dass er genauso weitermachen werde, wenn er die Thronfolge angetreten habe, sei "völliger Unsinn". Die zwei Situationen - Prinz von Wales und Staatsoberhaupt - seien völlig verschieden.

Der Monarch in Großbritannien hat eine formale Rolle bei der Bildung von Regierungen und ist verpflichtet, sich politisch neutral zu verhalten und keine echte politische Macht auszuüben. Dennoch hat das Staatsoberhaupt allein schon durch seine exponierte Position großen Einfluss. Er werde sich als König innerhalb der Verfassungsparameter bewegen, sagte Prinz Charles.

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Gleichzeitig verteidigte er sein soziales Engagement, etwa den 1976 gegründeten Prince's Trust. Die Organisation setzt sich für benachteiligte Jugendliche ein. "Wenn sich einmischen bedeutet, sich um die Innenstädte zu sorgen, wie ich es vor 40 Jahren getan habe, dann ist das ein Einmischen, auf das ich stolz bin."

Niemand hat länger als Prinz Charles darauf gewartet, britischer Monarch zu werden. Der Dokumentarfilmer John Bridcut hat den Prinzen ein Jahr lang begleitet. "Leute, die annehmen, er hängt nur rum und sehnt sich danach, König zu sein, liegen falsch", sagte Bridcut. Charles werde die Rolle als König ja nur annehmen können, wenn seine Mutter sterbe.

In der Dokumentation kommen auch Charles' Frau Camilla und sein Sohn William zu Wort. Die Gattin sagte, die Aussicht, König zu werden, belaste ihn nicht. Zugleich sei er "ziemlich ungeduldig", wenn es um die Umsetzung von Dingen gehe, die ihm am Herzen liegen. Prinz William sprach über Prinz Charles als Opa. "Wenn er da ist, ist er brillant", sagte er. "Wir brauchen ihn so viel wie möglich."

ulz/Reuters



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