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Prinz Harry in Afghanistan: "Ja, ich habe getötet"

REUTERS

Es war bereits sein zweiter Einsatz als Hubschrauberpilot in Afghanistan, jetzt kehrt Prinz Harry nach Großbritannien zurück - und spricht offen über das Töten im Krieg: "Wenn da Leute sind, die unseren Jungs etwas Böses wollen, dann nehmen wir sie aus dem Spiel heraus."

Hamburg - Ja, er sei auch an Kampfeinsätzen beteiligt gewesen. Ja, er habe auch auf Taliban geschossen. Fünf Monate war Prinz Harry in der Provinz Helmand im Einsatz. Nun ist er nach Großbritannien zurückgekehrt. Der BBC berichtete er von seiner Mission und sagte: "Wenn da Leute sind, die unseren Jungs etwas Böses wollen, dann nehmen wir sie aus dem Spiel heraus."

Der britischen Nachrichtenagentur Press Association (PA) sagte er: "Ein Leben zu nehmen, um eines zu retten, darum drehte es sich bei uns." Auf die Frage, ob er als Bordschütze eines Kampfhubschraubers auch Kämpfer getötet habe, antwortete er: "Ja, so wie viele andere auch." Wer versucht habe, seinen Kameraden etwas anzutun, sei "ausgeschaltet worden".

Während seiner Zeit in Afghanistan musste Harry als Co-Pilot "Apache"-Kampfhubschrauber fliegen. Die Rückkehr der Nummer drei der britischen Thronfolge war aus Sicherheitsgründen streng geheim gehalten worden. Journalisten durften während seiner Zeit in Afghanistan Interviews führen, diese aber jetzt erst ausstrahlen. Für ihn sei die Arbeit bei der Armee wie für jeden anderen auch, sagte Harry. "Ich bin einer der Jungs, ich werde nicht anders behandelt als die anderen."

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Der Prinz als Soldat: Harry musste töten
Im Camp Bastion, wo Harry stationiert war, lebte er nach eigenen Angaben "so normal wie möglich". Es habe ihn allerdings gestört, von anderen Soldaten angestarrt worden zu sein, die er noch nie gesehen habe. Harry war bereits im Winter vor fünf Jahren mehr als zwei Monate als Fliegerleitoffizier am Hindukusch aktiv. Der Einsatz war aber aus Sicherheitsgründen abgebrochen worden, nachdem sein Aufenthaltsort bekannt geworden war.

Harry ist das erste Mitglied der britischen Königsfamilie seit seinem Onkel Prinz Andrew, das aktiv an Kriegseinsätzen teilnimmt. Andrew war im Falkland-Krieg gewesen.

Zu seinem gerade beendeten Einsatz war Harry Anfang September 2012 berufen worden. In Camp Bastion sollte Harry eigentlich nur vier Monate bleiben.

Über seinen älteren Bruder William, der mit seiner Frau Catherine ein Kind erwartet, sagte Harry, dieser wäre ebenfalls gern nach Afghanistan gegangen. "Und um ehrlich zu sein, ich sehe auch nicht, weshalb er nicht konnte." Niemand wisse schließlich, wer im Cockpit sitze. Großbritannien hatte allerdings entschieden, dass es zu gefährlich sei, William nach Afghanistan zu entsenden.

Erst vor einer Woche wurde Harry vom Magazin "Town & Country" zum begehrtesten Junggesellen der Welt gewählt. Dabei fiel der Prinz in den vergangenen Jahren oft durch sein bisweilen rüpelhaftes Verhalten auf. Er ging in Nazi-Uniform zu einer Kostümparty oder tanzte nackt in einer Suite in Las Vegas mit unbekannten Schönen.

kha/dpa/Reuters/AFP

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