Interview mit Prinz Harry Niemand hat die Absicht, König zu werden

Monarch sein? Für Prinz Harry ist das kein Traumjob, sagt der Enkel der Queen in einem Interview. Der Rest der Familie sieht das offenbar ähnlich.

REUTERS

Dass die britischen Royals offen darüber reden, was sie bewegt, war lange undenkbar. Wie die Queen etwa über ihre Rolle denkt und ob sie sich über so manchen Fauxpas von Angehörigen ärgert - Antworten auf diese Fragen gibt es nicht.

Die Enkel der Königin, die Prinzen Harry und William, pflegen einen anderen Stil. 20 Jahre nach dem Tod ihrer Mutter - Prinzessin Diana starb 1997 bei einem Autounfall - haben die Brüder bereits mehrfach über den Verlust und ihre Trauer gesprochen.

Nun hat Prinz Harry der amerikanischen Zeitschrift "Newsweek" ein außergewöhnliches Interview gegeben. Darin spricht der 32-Jährige nicht nur über den Tod der Mutter - sondern auch über seine Sicht auf die Krone.

"Kraft für das Gute"

Er und sein Bruder seien darin eingebunden, die Monarchie zu modernisieren. Sie sei eine "Kraft für das Gute". Man wolle die positive Atmosphäre pflegen, die sich in der Regentschaft der Queen entwickelt habe. Es sei aber nicht das Ziel, in ihre Fußstapfen zu treten.

"Gibt es irgendjemanden aus der königlichen Familie, der König werden will oder Königin? Ich glaube nicht, aber wir werden unsere Pflichten zur rechten Zeit erfüllen." Das bedeute auch, so zitiert das Magazin einen Berater am Hofe, dass die Royals deutlich weniger Schirmherrschaften übernehmen.

Die königliche Familie wolle sich bei weniger Einrichtungen stärker einbringen. Dazu sagt Prinz Harry: "Wir möchten unsere Zeit sinnvoll nutzen. Wir möchten nicht erscheinen, Hände schütteln und ansonsten nicht beteiligt sein." Harry ist die Nummer fünf in der britischen Thronfolge, an Platz eins steht sein Vater Charles, dahinter Prinz William und seine beiden Kinder.

Ein Teil der Modernisierung ist offenbar auch das Bemühen um Normalität. "Zum Glück bin ich nicht komplett von der Realität abgeschnitten", sagte Prinz Harry. "Ich gehe selbst einkaufen. Und selbst wenn ich König wäre, würde ich selbst einkaufen."

Die Normalität zeige sich auch darin, so schlussfolgert "Newsweek", dass Harry keine standesgemäße Partnerin habe. Freundin Meghan Markle sei geschieden, eine Feministin und stamme aus den USA.

Ob das Paar heirate, so wird ein Insider zitiert, sei indes noch nicht ausgemacht. Man kenne sich noch nicht lang genug. "Sie müssen herausfinden, ob sie in einem sehr ungewöhnlichen Umfeld eine normale Beziehung führen können." Mit einem Heiratsantrag des Prinzen sei nicht vor Ende des Jahres zu rechnen.

sms



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